綠衣
Anonymous (Shijing)
綠兮衣兮 ,綠衣黃裏。 心之憂矣,曷維其已。 綠兮衣兮,綠衣黃裳。 心之憂矣,曷維其亡。 綠兮絲兮,女所治兮。 我思古人,俾無訧兮。 絺兮綌兮,淒其以風。 我思古人,實獲我心。
Die ungeliebte Gattin, 2. "Mein Oberkleid ist grün" Johann Cramer
— in: Cramer, Johann (ed.). Schi-King, oder Chinesische Lieder, gesammelt von Confucius. Neu und frei nach A. La Charme's lateinischer Übersetzung bearbeitet. Fürs deutsche Volk hg. von Johann Cramer, Das himmlische Reich. Oder China's Leben, Denken, Dichten und Geschichte, 4 vols. Crefeld: Verlag der J. H. Funcke'schen Buchhandlung, 1844. p. 19f.
Mein Oberkleid ist grün, Mein Unterkleid ist gelb, Oben zeigt sich Lenz Unten doch der Herbst. Mein Oberkleid ist grün, Mein Unterkleid ist gelb, In Schmerzen brennt mein herz Und zeigt nach aussen Scherz.
Klage einer ungeliebten Gattin Ernst Meier (1813–1866)
— in: Meier, Ernst. Morgenländische Anthologie. Klassische Dichtungen aus der sinesischen, indischen, persischen und hebräischen Literatur. Leipzig: Verlag des Bibliographischen Instituts, 1875. p. 26.
Mein Oberkleid ist grün von Farb', Doch gelb mein Unterkleid: Ich traure tief und kann mich nicht Erholen von meinem Leid. Mein Oberkleid ist grün von Farb', Doch gelb mein Unterkleid: Mein Herz hat Schmerz, und wie kommt's, daß ich Vergessen nicht kann mein Leid?
Grün und gelb Elisabeth Oehler-Heimerdinger (1884–1955)
— in: Oehler-Heimerdinger, Elisabeth. Das Frauenherz. Chinesische Lieder aus drei Jahrtausenden. Leipzig: Union Deutsche Verlagsgesellschaft, 1925. p. 40.
Grün ist das Oberkleid, Gelb ist darin. Mir kommt mein Herzeleid Nicht aus dem Sinn. Grün ist das Oberkleid, Gelb ist verhüllt. Wann wird mein Herzeleid Endlich gestillt? Grün ist das Seidenkleid, Schuldig bist du. Denk ich der alten Zeit, Bleib ich in Ruh. Leinen zur Winterzeit – Weh dem, der's trug! Denk ich der alten Leut, Ist mir's genug.
Klage einer ungeliebten Gattin, 2. "Grün ist mein Obergewand" Friedrich Rückert (1788–1866)
— in: Rückert, Friedrich. Schi-king. Chinesisches Liederbuch, gesammelt von Confucius, dem Deutschen angeeignet von Friedrich Rückert. Altona: J. F. Hammerich, 1833. p. 34.
— in: Oehlke, Waldemar. Chinesische Lyrik und Sprichwörter. Bremen-Horn: Walter Dorn-Verlag, 1952. p. 18.
— in: Mehlig, Johannes (ed.). Stimmen des Orients: Arabische, persische, indische und chinesische Dichtungen. Leipzig: Insel-Verlag, 1965. p. 244.
Grün ist mein Obergewand, Doch gelb mein Unterkleid. Unter des Frühlings Land Berg' ich des Herbstes Leid. Grün ist mein Obergewand, Doch gelb mein Unterkleid. Mein Herz steht in Schmerzensbrand Unter der Luft Geschmeid.
Klage der zurückgesetzten Gemahlin Victor von Strauß (1809–1899)
— in: Strauß, Victor von. Schi-king. Das kanonische Liederbuch der Chinesen. Heidelberg: Carl Winter's Universitätsbuchhandlung, 1880. p. 94.
Grün sind, ach, die Kleider, ach! Grün von außen, gelb von innen. Meines Herzens. Kümmerniß, Ach wie könnte die zerrinnen? Grün sind, ach, die Kleider, ach! Außen grün, darunter gelbe. Meines Herzens Kümmerniß, Wie vergäß' ich je dieselbe? Grün sind, ach, die Seiden, ach! So war's dein Entscheiden, ach! Ich gedachte stets der Alten, Jede Schuld zu meiden, ach! Flortuch, ach, und Nessel, ach, Sind dem frost'gen Wind' ein Scherz. Ich gedachte stets der Alten, Und so find' ich noch mein Herz.