Jiao gong 角弓
Dynasty: Zhou 周 (1045 BC–256 BC)
Included in: Ruan Yuan 阮元 (ed.). Mao shi zheng yi 毛詩正義, Shi san jing zhu shu 十三經注疏 2. Taipei: Yee Wen Publishing Co., Ltd., 2001. 503-506.
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Johann Cramer : Brüderversöhnung
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Wie man handhabt einen Bogen, Weißt du das? Man zieht die Senne, Und der starre bieget sich. Bogen der Gewalt! nun merke, Ohne Senn' ist keine Stärke, Daß der Pfeil zum Ziel' entwich. Wie den Bogen zieht die Senne, Lass' auch dich vom Bruder ziehen, Schießet euren Pfeil vereint! Wer dich will vom Bruder scheiden, Läßt dich missen einst von beiden, Und du hast dein Heil verneint. Ist der Bogen eng vereinigt Mit der Senne wirkt er kräftig, Doch Uneinigkeit ihn schwächt. Mögst die Falschen kennen lernen, Die vom Bruder dich entfernen, Schließ dich an ihn, das ist recht! Wenn zwei Fürstenbrüder streiten, Sieht man sich das Volk bereiten, Daß es selbst auch nehm' Partei. Streit im Schlosse muß verschütten Rings die Häuser und die Hütten, Mit der Eintracht ist's vorbei. Wo ausweichend sich zwei Brüder Liebreich nicht im Wege stehen, Ist der engste Raum auch weit; Aber wo in weiten Landen Zwei sich gegenüber standen, Ward das Weite eng durch Neid. Wenn zwei Brüder sich bekämpfen, Wenn das Feld gehöre eigen, Fördert nicht der Kampf die Saat; Und wenn Fürstenbrüder zanken Um der Hoheit Macht und Schranken, Geht zu Grunde Macht und Staat.–
in: Cramer, Johann (ed.). Schi-King, oder Chinesische Lieder, gesammelt von Confucius. Neu und frei nach A. La Charme's lateinischer Übersetzung bearbeitet. Fürs deutsche Volk hg. von Johann Cramer, Das himmlische Reich. Oder China's Leben, Denken, Dichten und Geschichte, 4 vols. Crefeld: Verlag der J. H. Funcke'schen Buchhandlung, 1844. p. 181f.
Senne = Sehne -
Johann Cramer : Schnee und Sonne
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Der Schnee die Felder bedecket, Dieweil sich die Sonne verstecket. O Sonne, zeig' dein Strahlenlicht, Dann wird der Schnee wohl bald zu nicht'. Der Schnee die Felder bekränzet, Und statt der Sonne nun glänzet. O Sonne, deine Kraft gezeigt, Daß er recht bald die Segel streicht! Der Schnee die Felder bedecket, Die schwache Sonn' ihn nicht schrecket. Was dir dein Ansehn hat geraubt, O Fürst, sei länger nicht erlaubt!–
in: Cramer, Johann (ed.). Schi-King, oder Chinesische Lieder, gesammelt von Confucius. Neu und frei nach A. La Charme's lateinischer Übersetzung bearbeitet. Fürs deutsche Volk hg. von Johann Cramer, Das himmlische Reich. Oder China's Leben, Denken, Dichten und Geschichte, 4 vols. Crefeld: Verlag der J. H. Funcke'schen Buchhandlung, 1844. p. 182f. –
in: Jolowicz, Heinrich. Blüthenkranz morgenländischer Dichtung. Breislau: Verlag von Eduard Trewendt, 1860. p. 54f.
Excerpt of the last two stanzas of the Chinese poem. -
Friedrich Rückert (1788–1866): Der Schnee und die Sonne
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Der Schnee bedeckt die Auen, Weil sich die Sonne hat versteckt im Blauen. O Sonne, laß nur strahlen Dein Licht, so schmilzt der Schnee in allen Talen. Der Schnee bedeckt die Auen, Läßt seinen Glanz uns statt der Sonne schauen. Laß deine Kraft erstrahlen, O Sonn, und mach ein Ende seinem Prahlen! Der Schnee bedeckt die Auen, Der Sonne Schwäche gibt ihm das Vertrauen. Vernicht, o Fürst , das Prahlen Der Frechen, welche dir das Ansehn stahlen!–
in: Rückert, Friedrich. Schi-king. Chinesisches Liederbuch, gesammelt von Confucius, dem Deutschen angeeignet von Friedrich Rückert. Altona: J. F. Hammerich, 1833. p. 258. –
in: Mehlig, Johannes (ed.). Stimmen des Orients: Arabische, persische, indische und chinesische Dichtungen. Leipzig: Insel-Verlag, 1965. p. 257.
Excerpt of the last two stanzas of the Chinese poem. -
Victor von Strauß (1809–1899): Des Königs unverwandtschaftliches Benehmen, ein verderbliches Beispiel
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Zierlich ist von Horn der Bogen, Fluggeschwind sein Rückwärtsschnellen. Seinen Brüder und Verwandten Soll man nicht sich fremde stellen. Wirst du so dich fremde stellen, Thut's das Volk in gleichen Fällen. Was zu lehren dir gefallen, Das wird nachgeahmt von Allen. Wenn die wolgesinnten Brüder Reichlich Lieb' einander schenken, Kommen schlechtgesinnte Brüder Nur zusammen sich zu kränken. Volk von gütelosem Kang Bleibt in eigensinn'gem Zank. Unbeugsamer Trotz auf Rang Endiget zuletzt mit Untergang. Kommt dem Altgaul füllenhaft Gelüft: Sieht er nicht, was folgend ist, Wenn er, reichlich satt noch frißt, Trinkend sich zuviel vermißt. Lehre nicht den Affen Bäum' ersteigen, Das heißt Schmutz dem Schmutze zeigen. Ist dem Hohen edler Wandel eigen, Wird der Niedre dahin neigen. Fällt der Schnee auch noch so hoch, Sonnenwärme schmelzt ihn doch. Wer nicht Luft hat abzuschrecken, Macht nur übermüth'ger noch. Fällt auch Schnee so viel er kann, Sonnenwärme thut's ihm an. Doch sie gleichen Mao und Man; Das kommt mir so schmerzlich an.–
in: Strauß, Victor von. Schi-king. Das kanonische Liederbuch der Chinesen. Heidelberg: Carl Winter's Universitätsbuchhandlung, 1880. p. 371f.
騂騂角弓,翩其反矣。 兄弟昏姻,無胥遠矣。 爾之遠矣,民胥然矣。 爾之教矣,民胥傚矣。 此令兄弟,綽綽有裕。 不令兄弟,交相為瘉。 民之無良,相怨一方。 受爵不讓,至于已斯亡。 老馬反為駒,不顧其後。 如食宜饇,如酌孔取。 毋教猱升木,如塗塗附。 君子有徽猷,小人與屬。 雨雪瀌瀌,見晛曰消。 莫肯下遺,式居婁驕。 雨雪浮浮,見晛曰流。 如蠻如髦,我是用憂。