那
Anonymous (Shijing)
猗與那與,置我鞉鼓。
奏鼓簡簡,衎我烈祖。
湯孫奏假,綏我思成。
鞉鼓淵淵,嘒嘒管聲。
既和且平,依我磬聲。
於赫湯孫,穆穆厥聲。
庸鼓有斁,萬舞有奕。
我有嘉客,亦不夷懌。
自古在昔,先民有作。
溫恭朝夕,執事有恪。
顧予烝嘗,湯孫之將。
Ahnenfeier des Fürstenhauses Schang, 1. "Ihr Tonerfahrne, schicket" Johann Cramer
— in: Cramer, Johann (ed.). Schi-King, oder Chinesische Lieder, gesammelt von Confucius. Neu und frei nach A. La Charme's lateinischer Übersetzung bearbeitet. Fürs deutsche Volk hg. von Johann Cramer, Das himmlische Reich. Oder China's Leben, Denken, Dichten und Geschichte, 4 vols. Crefeld: Verlag der J. H. Funcke'schen Buchhandlung, 1844. p. 253f.
Ihr Tonerfahrne, schicket
Die Flötenklänge durch die Luft,
Daß sich der Väter Schaar daran erquicket,
Die in der Höhe schwebt.
Laßt durch die Luft sich schwenken
Der Trommeln und der Becken Klang,
Daß meiner Ahnen Angedenken
Der Klang in mir erwecken mag.
Wenn sich die Klänge voll erheben,
Wird mir's im Herzen friedlich still,
Daß ich mir die, die in der Höhe schweben
Die Ahnen klarer denken kann.
Wie schön und sanft die Töne schweben
Durch heil'gen Tempelraum!
Der Todtentänze Wan Verweben
Die Gäste freudig schaun.
Was mir gehört von unsern Ahnen,
Was hinterließ der Väter Ruhm,
Sollt' es nicht zeigen nach den Bahnen,
Die sie gegangen, ihnen nach zu gehn?
Auf ihren Enkel, der zu loben
Die Hohen strebt, o möchten sie auf mich,
Den Sproß des Kaisers Tsching-Tang doch von oben
Herabschaun gnädiglich!
Ahnenfeier des Fürstenhauses Schang, 1. "O wie viele, o in welch' schöner Ordnung stehen" Carl Friedrich Neumann (1793–1870)
— in: Jolowicz, Heinrich (ed.). Der poetische Orient. Leipzig: Verlag von Otto Wigand, 1853. p. 39.
O wie viele, o in welch' schöner Ordnung stehen bereitet unsre Trommeln Tao ku!
Ich berühre die Trommeln, um mit den Tönen zu erfreuen unsere ehrwürdigen Ahnen.
Ich der Enkel Tang's lass grosse Musik erschallen, die Seele zu beruhigen, und sinne, mich zu vervollkommnen!
Die Trommeln Tao ku bringen immerdar treffliche Harmonie, die Blasinstrumente Ku an stimmen mit ihnen überein, und harmonisch gesellt sich dazu das Instrument King zur grössten Verherrlichung, so ich ein Enkel Tang's.
Herrlich ertönt die grosse Jong und die mannigfachen Männerkünste, wie erfreulich sind sie nicht!
Ich habe so treffliche Gäste, dass ich meine Freude nicht aussprechen kann.
Was uns von den frühern Generationen Altes überliefert wurde, das achte und verehre ich von Morgen bis Abend;
Wenn ich handle, bin ich immer erfüllt von Ehrfurcht (vor den Thaten der Vorfahren).
Ich denke mich zu nahen, und das Opfer zu bringen.
O steht mir bei, dem Enkel Tang's!
Ahnenfeier des Fürstenhauses Schang, 1. "Sendet, o Tonkundige, zum Aether" Friedrich Rückert (1788–1866)
— in: Rückert, Friedrich. Schi-king. Chinesisches Liederbuch, gesammelt von Confucius, dem Deutschen angeeignet von Friedrich Rückert. Altona: J. F. Hammerich, 1833. p. 358f.
Sendet, o Tonkundige, zum Aether
Schall der Flöten und der Pfeifen,
Daß sich dran erfreuen meine Väter,
Die den hohen Raum durchschweifen.
Lasset wandeln auf den luft'gen Bahnen
Schall der Trommeln und der Becken,
Um das Angedenken meiner Ahnen
Mir im Herzen aufzuwecken.
Stiller wird die Seele mir und milder,
Wie die vollen Töne schwellen,
Ich vermag mir lebhafter die Bilder
Jener hohen vorzustellen.
Alle Töne schön im Einklang wehen
Durch das heilige Gebäude;
Und die Todtentänze Wan zu sehen
Machet unsern Gästen Freude.
Was uns überlieferten die Zeiten,
Uns die Väter hinterließen,
Nachzusinnen dem und nachzuschreiten,
Könnt' es jemals mich verdrießen?
Mögen auf den Enkel, ihren Preiser,
Froh die hohen schauen von oben!
Ich ein Sproße von Tsching-Tang dem Kaiser
Hab' ihr Ehrenfest erhoben.
Beim Opfer zu Ehren König Thang's Victor von Strauß (1809–1899)
— in: Strauß, Victor von. Schi-king. Das kanonische Liederbuch der Chinesen. Heidelberg: Carl Winter's Universitätsbuchhandlung, 1880. p. 510f.
O siehe, ha! wie reichlich, ha!
Handpauken, Pauken, aufgestellt.
Die Pauken dröhnen kräftiglich,
So unser'm hehren Ahn gefällt.
Thang's Enkel ladet ihn, zu nah'n,
Auf daß er unser Hoffen kröne.
Handpauken, Pauken schallen tief,
Und hell dazu der Pfeifen Töne.
Sie stimmen wol und passen schöne;
Drein hallen uns'rer Klingstein' Töne.
Ach, herrlich ist der Enkel Thang's,
Und wunderprächtig sein Getöne!
Laut schallen Pauken, Glocken hier;
Tanz mannigfalt hat hohe Zier.
Gar edle Gäste haben wir.
Sind sie nicht froh und heiter hier?
Von jeher und von Alters thät
Das Vorgeschlecht dergleichen stät,
Hold und gewärtig früh und spät
Den Dienst zu thun voll Pietät.
Werd' uns'rer Opfer denn gedacht,
Von Thang's Nachkommen dargebracht!