擬魏太子鄴中集詩八首 (其八): "平原侯植"
Xie Lingyun 謝靈運 (385–433)
公子不及世事。但美遨遊。 然頗有憂生之嗟。 朝遊登鳳閣。日暮集華沼。 傾柯引弱枝。攀條摘蕙草。 徙倚窮騁望。目極盡所討。 西顧太行山。北眺邯鄲道。 平衢脩且直。白楊信裊裊。 副君命飲宴。歡娛寫懷抱。 良遊匪晝夜。豈云晚與早。 眾賓悉精妙。清辭灑蘭藻。 哀音下迴鵠。餘哇徹清昊。 中山不知醉。飲德方覺飽。 願以黃髮期。養生念將老。
In Nachahmung des Stiles des Ts'ao P'i verfasse ich acht Gedichte über die (beim Bankett) in Yeh[-ch'eng] versammelten Gäste: [Ts'ao] Chih, Graf von P'ing-yüan Erwin von Zach (1872–1942)
— in: Zach, Erwin von. Die chinesische Anthologie, Harvard Yenching Institute Studies 18. Cambridge, Massachusetts: Harvard University Press, 1958. p. 575.
Der Prinz kümmerte sich nicht um die politischen Verhältnisse der Welt; er liebte nur das Umherwandern; trotzdem finden sich in seinen Gedichten viele Seufzer über sein verfehltes Leben. Morgens steige ich beim Spaziergang den Phönixturm empor; abends komme ich mit meinen Freunden am Ufer des herrlichen Weihers (Hua-shao) zusammen. Ich lehne gegen den Stamm, um zarte Zweige an mich zu ziehen; ich halte mich an einem Zweig, um wohlriechende Kräuter zu pflücken. Auf- und abgehend höre ich nicht auf, mir alles genau anzusehen (Ch'u tz'u 2/12); so weit mein Auge reicht, wird alles eingehend untersucht. Im Westen sehe ich den T'ai-hang-Berg, im Norden erblicke ich den Weg nach Han-tan. Diese ebene Strasse ist lang und gerade; längs ihr sind Silberpappeln gepflanzt, deren Laub im Winde zittert. [Mein Bruder] Kronprinz [Ts'ao P'i] hat ein grosses Trinkgelage veranstaltet; bei dieser freudigen Zusammenkunft geben wir unsere Gefühle (in Gedichten) kund. Bei unseren herrlichen Wanderungen kümmern wir uns nicht um Tag oder Nacht; wie würden wir jetzt bei diesem Bankett zwischen Morgen und Abend einen Unterschied machen? Alle anwesenden Gäste sind von aussergewöhnlicher Begabung; herrliche Worte füllen ihre duftenden Poesien. Traurige Melodien lassen die heimkehrenden Wildgänse herabfliegen (und zuhören); die letzten (verklingenden) Töne steigen bis zum reinen Äther empor. Wir trinken Chung-shan-Wein, ohne uns zu berauschen; nur von der Hochherzigkeit unseres Gastgebers fühlen wir uns trunken. Ich will mein Leben schonen, um es zu hohen Jahren (WH 24/8b) emporzuführen; unter so heiterem Lebensgenuss hoffe ich das Greisenalter zu erreichen (Legge V 32/11).