Nan shan 南山
Dynasty: Zhou 周 (1045 BC–256 BC)
Included in: Ruan Yuan 阮元 (ed.). Mao shi zheng yi 毛詩正義, Shi san jing zhu shu 十三經注疏 2. Taipei: Yee Wen Publishing Co., Ltd., 2001. 195-197.
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Johann Cramer : Die Fürstin von Lu
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Der Fürst von Tsi dem Fürsten Lu Gab seine Schwester zum Weibe, Doch mehr als Schwester war sie ihm, Sein Aug' hing an ihrem Leibe, Er liebte sie in schlimmer Art, Mit Gier sein Lieben war gepaart. Die Schwester mit dem Gatten lädt Der Fürst von Tsi zum Besuche. Ist Keiner, der es ab ihm räth? Ahnt nichts ihm von Blutgeruche? Der Schwager deinen Tod beschließt, Weil du sein Lieb zum Weib erkiest. O Weib, aus des Verderbens Schling' Deine Kraft kann alle erretten; Doch scheinst du selbst mit gier'gem Blick Nur fester ihn an dich zu ketten. Am Mann siebst du den Mord geschehn, Wie wirst du nun zum Bruder stehn?–
in: Cramer, Johann (ed.). Schi-King, oder Chinesische Lieder, gesammelt von Confucius. Neu und frei nach A. La Charme's lateinischer Übersetzung bearbeitet. Fürs deutsche Volk hg. von Johann Cramer, Das himmlische Reich. Oder China's Leben, Denken, Dichten und Geschichte, 4 vols. Crefeld: Verlag der J. H. Funcke'schen Buchhandlung, 1844. p. 77f. -
Johann Cramer : Vorbereitung zur Wirthschaft
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Sag', wie wird der Flachs gesät? Nach der Länge, nach der Breite Ackert man das Feld. Wie Brautwerbung wird bestellt? Aeltern werden ausgespäht, Hat's Freiwerber recht gemacht, Hofft man auch, daß ja das Bräutlein sagt. Sag', wie wird das Holz gefällt? Nur mit Beilen, wohl geschliffen, So in aller Welt. Wie die Hochzeit wird bestellt? Unterhändlerin, die thut's. Wenn's Beil wohl geschliffen ist, Fällt der Baum in kurzer Frist.–
in: Cramer, Johann (ed.). Schi-King, oder Chinesische Lieder, gesammelt von Confucius. Neu und frei nach A. La Charme's lateinischer Übersetzung bearbeitet. Fürs deutsche Volk hg. von Johann Cramer, Das himmlische Reich. Oder China's Leben, Denken, Dichten und Geschichte, 4 vols. Crefeld: Verlag der J. H. Funcke'schen Buchhandlung, 1844. p. 77.
Adaption of stanzas 3 and 4. -
Albert Ehrenstein (1886–1950): Mord
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in: Ehrenstein, Albert. Chinesische Dichtungen. Lyrik, Werke. München: Klaus Boer Verlag, 1995. p. 57. -
Max Fleischer (1880–1942): Die Frau von Lu
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Das Südgebirg ragt zackig abgeschieden. Dort irrt der Wolf nur auf der Wölfin Spur. Der breite ebne Weg liegt tief im Frieden, der Weg, auf dem mein Glück von dannen fuhr. Wen-Kiang, die schöne Prinzessin von Thsi, ward Königin von Lu. Was denkst du noch träumerisch sinnend an sie, Siang, du Vereinsamter, du? Fünf Paar Sandalen wurden ihr bereitet. Die Pflanze Ko gab ihre Fasern her. Verräterisch hat sie der Weg geleitet. Was klopfst du, Herz, was, Kopf, sinkst du so schwer? Wen-Kiang, die schöne Prinzessin von Thsi, ward Königin von Lu. Was denkst du mit glühenden Sinnen an sie, immerzu, immerzu? Das Feld, darauf das Unkraut in die Halme zu üppig schießt, zerreißt man mit dem Pflug. Den jungen Mädchen singt man fromme Psalme von Pflicht und Sitte und von Brauch und Fug. Wen-Kiang, die schöne Prinzessin von Thsi, ward Königin von Lu. Was denkst du mit frevlen Begierden an sie? Trug sie nicht Hochzeitsschuh? Die Äxte schwingt man, um den Wald zu lichten, die Hippe schneidet wilde Triebe aus. Was will dein glühend schwärmerisches Dichten und lüstern Lechzen in dem stillen Haus? Wen-Kiang, die schöne Prinzessin von Thsi, ist Königin von Lu. Was wirbt deine Sehnsucht noch immer um sie? Das Tor deines Glückes fiel zu. - Wie Donner rollen die goldenen Wagen, die Wen-Kiang zurück in die Heimat tragen. Der Weg nach Thsi ist leicht. Die Frau von Lu fand in dem fremden Lande keine Ruh. In roten Decken jagen ihre Rosse, Ebenholzleiber eines Viergespanns. Weit vom Gefolg verlor sich die Karosse. Die Königin denkt eines stillen Manns. Schon ist der Huën-Fluß erreicht, der schäumend dahinbraust, sich in jähem Sturze bäumend. Der Weg nach Thsi ist leicht. Die Frau von Lu jagt ihn im Trab. Ihr Herz hat keine Ruh. Es schmachtet nach dem lieben Herzgesellen. Die Leidenschaft peitscht ihre Pulse wild. Ihr Blut braust jäher als der Sturzflut Wellen. Sie ist von Siangs geliebtem Bild erfüllt. Der Fluß wird schmal. Sein seichteres Geriesel schießt silbern auf dem Goldgrund klarer Kiesel. Der Weg nach Thsi ist leicht. Die Frau von Lu warf in den Fluß den aufgezwungnen Schuh. Was schiert ihr Ruf sie, was des Königs Bann, was alles Gold der Erde, da die volle Schale des Glücks auf ihren Scheitel rann! Sie jagt nach Thsi, mag kommen, was da wolle.–
in: Fleischer, Max. Der Porzellanpavillon. Nachdichtungen chinesischer Lyrik. Berlin, Wien, Leipzig: Paul Zsolnay Verlag, 1927. p. 93f. –
in: Braun, Felix. Die Lyra des Orpheus. Lyrik der Völker in deutscher Nachdichtung. Wien: Paul Zsolnay Verlag, 1952. p. 23f. -
Conrad Haußmann (1857–1922): Zackig türmt sich hoch an Wuchs
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Zackig türmt sich hoch an Wuchs Das Gebirge aus den Fluren, Und dort sucht der graue Fuchs Schweifend der Gefährtin Spuren. Breit zieht sich von Lu nach Thsi Hin der Weg wie eine Fähre. Warum denkst du noch an sie, Wie wenn sie noch Mädchen wäre? Flocht man aus der Pflanze Ko Ihr doch schon vor manchem Jahre Sohlen von dem feinsten Stroh, Hochzeitsschuhe – fünf der Paare. Und der Weg ist grad und gut, König, der nach Lu sie führte, Sie war deiner Ahnen Blut, Sie, die dir das Herz berührte. Jätet man das Unkraut nicht, Daß man volle Ähren zähle? Und der Ehe fromme Pflicht Prägt man in die Mädchenseele. Rodet nicht die Axt den Wald Und die Hippe wilde Triebe? Und der Sitte Allgewalt Beugt den Willen und die Liebe.–
in: Haußmann, Conrad. "Im Tau der Orchideen" und andere chinesische Lieder aus drei Jahrtausenden. München: Albert Langen, Verlag für Literatur und Kunst, 1908. p. 18. -
Hans Heilmann (1859–1930): Verbotene Liebe
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Hoch und zackig ragt das Gebirge im Süden; dort schweift der Wolf und sucht die Gefährtin. Breit und eben ist der Weg, der vom Königreich Thsi in das Königsreich Lu hinüberführt. Wen-Kiang, die schöne Prinzessin von Thsi, ist jetzt Königin von Lu: Warum denkst du noch immer an sie wie an ein junges Mädchen? Aus den Fasern der Pflanze Ko hat man zwei Sandelen gemacht; dann noch zwei und weiter bis zu fünf Paaren. Leicht und bequem ist der Weg, der nach Lu hinüberführt. Auf ihm ist sie dahingegangen, o König, die schöne Prinzessin von Thsi, deine nahe Verwandte. Was verfolgst du sie noch mit deinem glühenden Gedanken? Das Feld, auf dem das grüne Unkraut wuchert, wird es nicht geackert und gepflügt, wenn man es bestellen will? Dem jungen Mädchen, prägt man ihm nicht die Gesetze und Pflichten der Ehe ein, wenn es heiraten soll? Die Art braucht man, um Bäume zu lichten, die Hippe, um geile Triebe zu beschneiden: Hat man den Willen unter die Sitte gebeugt, so ist's zu Ende mit den schwärmenden Gelüsten, zu Ende mit den zügellosen heißen Sehnsuchtsträumen!–
in: Heilmann, Hans. Chinesische Lyrik vom 12. Jahrhundert v. Chr. bis zur Gegenwart, Die Fruchtschale. München, Leipzig: R. Piper & Co., 1905. p. 2f. -
Heide Köser : Der Südberg
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in: Köser, Heide and Hetzer, Armin. Das Liederbuch der Chinesen. Guofeng. Frankfurt a. M.: Insel Verlag, 1990. p. 86. -
Ernst Meier (1813–1866): Wirthschaftsanstalten
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Wie wird der Hanf gesät? Man pflügt den Acker lang und breit. Ein schönes Kind, wie wird's gefreit? Man spricht zuerst die Eltern an, Und wenn man diesen Schritt gethan, So hofft man auch die Braut bereit. Wie fällt man denn das Holz? Nicht ohne Beil wird es gefällt. Die Hochzeit, wie wird sie bestellt? Man braucht die Unterhändlerin; Dann folgt das Pärchen seinem Sinn Und thut und thut – was ihm gefällt.–
in: Meier, Ernst. Morgenländische Anthologie. Klassische Dichtungen aus der sinesischen, indischen, persischen und hebräischen Literatur. Leipzig: Verlag des Bibliographischen Instituts, 1875. p. 37.
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Friedrich Rückert (1788–1866): Die Fürstin von Lu
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Der Fürst von Tsi hat seine Schwester Dem Fürsten Lu zum Weib gegeben; Doch hält an ihr ein Band ihn fester, Als sonst Geschwister mag umweben; Sein arger Sinn hat ihn getrieben, Sie mehr als brüderlich zu lieben. Der Fürst von Tsi lädt seine Schwester Mit ihrem Gatten zum Besuche. Gehst du in Löw'- und Drachennester, Und scheust nicht vor'm Blutgeruche? Der Schwager steht dir nach dem Leibe, Weil du sein Liebchen hast zum Weibe. O Weib, aus des Verderbens Stricken Kann deine Kraft euch alle führen! Allein, du scheinst mit deinen Blicken Selbst seine sünd'ge Glut zu schüren. Du siehst deinen Gatten morden, Was ist dir nun dein Bruder worden?–
in: Rückert, Friedrich. Schi-king. Chinesisches Liederbuch, gesammelt von Confucius, dem Deutschen angeeignet von Friedrich Rückert. Altona: J. F. Hammerich, 1833. p. 112f. –
in: Oehlke, Waldemar. Chinesische Lyrik und Sprichwörter. Bremen-Horn: Walter Dorn-Verlag, 1952. p. 27.
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Friedrich Rückert (1788–1866): Wirthschaftsanstalten
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Wie wird der Flachs gesät? Man läßt das Feld längsweis und kreuzweis ackern. Wie wird die Braut erfleht? Man geht die Eltern an durch einen wackern Frenwerber, und haben sie zugesagt, So hofft man daß auch es der Braut behagt. Wie wird das Holz gefällt? Ohn' ein geschliffnes Beil kann man's nicht fällen. Die Hochzeit wie bestellt? Die Unterhändlerinn muß sie bestellen. Und wenn nur wohl ist geschliffen dein Beil, So fällt wol der Baum auch in kurzer Weil.–
in: Rückert, Friedrich. Schi-king. Chinesisches Liederbuch, gesammelt von Confucius, dem Deutschen angeeignet von Friedrich Rückert. Altona: J. F. Hammerich, 1833. p. 111.
Adaption of stanzas 3 and 4. -
Victor von Strauß (1809–1899): Unerlaubte Leidenschaft
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Auf Südgebirges hohen Zinnen Wird sein der Fuchs so einsam innen. Der Weg nach Lu geht gradhinaus; Den zog die Tochter Thsi's von hinnen; Und zog sie ihn einmal von hinnen, Was kannst du denn auf sie sinnen? Von Zeugschuh'n giebt's fünf Paar zu reihen, Hutbänder trägt man auch zu zweien. Der Weg nach Lu geht gradhinaus; Den hat die Tochter Thsi's genommen; Und hat sie ihn einmal genommen, Wie kannst du denn an sie noch kommen? - Den Hanf zu sä'n, wie fängt man's an? Man pflügt sein Feld hinab hinan. Ein Weib zu frei'n wie fängt man's an? Man geht darum die Eltern an. Und da sie angegangen waren, Wie darfst du ihr denn so willfahren? Das Holz zu hau'n, wie fängt man's an? Nicht ohne Beil kann man es zeigen. Ein Weib zu frei'n, wie fängt man's an? Ohn' Werberin wird's nicht dein eigen. Und ward sie nur einmal dein eigen, Wie kannst du denn zum Ärgsten schweigen?–
in: Strauß, Victor von. Schi-king. Das kanonische Liederbuch der Chinesen. Heidelberg: Carl Winter's Universitätsbuchhandlung, 1880. p. 180f. -
Peter Weber-Schäfer (1935–2019): Hochzeitslieder, 2. "Über den Berg im Süden"
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in: Weber-Schäfer, Peter. Altchinesische Hymnen aus dem 'Buch der Lieder' und den 'Gesängen von Ch'u'. Köln: Verlag Jakob Hegner, 1967. p. 174f.
南山崔崔,雄狐綏綏。 魯道有蕩,齊子由歸。 既曰歸止,曷又懷止。 葛屨五兩,冠緌雙止。 魯道有蕩,齊子庸止。 既曰庸止,曷又從止。 蓺麻如之何,衡從其畝。 取妻如之何,必告父母。 既曰告止,曷又鞠止。 析薪如之何,匪斧不克。 取妻如之何,匪媒不得。 既曰得止,曷又極止。