Shang xun yang huan du dao zhong zuo shi 上潯陽還都道中作詩
by Bao Zhao 鮑照 (414–466)
Dynasty: Liu Song 劉宋 (420–479)
Included in: Lu Qinli 逯欽立 (ed.). Xian Qin Han Wei Jin Nanbeichao shi 先秦漢魏晉南北朝詩 Beijing: Zhonghua shuju, 1983. Songshi 宋詩 8.1291.
Compare translationsTranslations
1-
Erwin von Zach (1872–1942): Bei der Rückkehr in die Hauptstadt dichte ich auf der Reise diese Verse
Display translation
Gestern Abend übernachtete ich in Nan-ling; heute Morgen erreichte ich die Schilfinsel. Der Wanderer geizt mit der Zeit auf seiner Reise (bleibt nirgends verweilen); auch die reissenden Wellen gestatten keinen Aufenthalt. In aller Früh beim Licht der Sterne begibt er sich auf seinen Weg; und spät abends eilt er noch immer seinen vor ihm aufgebrochenen Genossen nach. Wie Fischschuppen erheben sich abends die Wolken; in seinem Brausen zeigt der Morgenwind seine Stärke. Der durch die Luft fliegende Sand ist dicht wie brauner Nebel; die sich überstürzenden Wogen steigen wie weisse Möven empor. Auf dem Vordersteven stehend betrachte ich die Gegend von Huai (vor mir); meine Tränen verdeckend blicke ich zurück auf den Grossen Strom, der Ching-chou durchfliesst. So weit das Auge reicht, sehe ich nur ebenes Land, aus dem von Zeit zu Zeit ferner Rauch aufsteigt. Plötzlich werde ich betrübt infolge der Sehnsucht nach meiner Familie (in Yang-chou); auf einmal ergreift mich ärgeres Heimweh, als einen Mann, der drei Jahre weggeblieben ist (Legge IV, 120). Niemals früher hatte ich Haus und Hof (in Yang-chou) verlassen; wie konnte ich damals diese Reise von tausend Meilen (nach Ching-chou) unternehmen? Wer hiess mich jene alte Regel (daheim zu bleiben) vernachlässigen, wodurch ich mit diesem Heimweh bescheert wurde?–
in: Zach, Erwin von. Die chinesische Anthologie, Harvard Yenching Institute Studies 18. Cambridge, Massachusetts: Harvard University Press, 1958. p. 465f.
昨夜宿南陵。今旦入蘆洲。 客行惜日月。崩波不可留。 侵星赴早路。畢景逐前儔。 鱗鱗夕雲起。獵獵晚風遒。 騰沙鬱黃霧。翻浪揚白鷗。 登艫眺淮甸。掩泣望荊流。 絕目盡平原。時見遠煙浮。 倐忽坐還合。俄思甚兼秋。 未嘗違戶庭。安能千里遊。 誰令乏古節。貽此越鄉憂。