Shi men xin ying suo zhu si mian gao shan hui xi shi lai mao lin xiu zhu shi 石門新營所住四面高山廻溪石瀨茂林脩竹詩
by Xie Lingyun 謝靈運 (385–433)
Dynasty: Liu Song 劉宋 (420–479)
Included in: Lu Qinli 逯欽立 (ed.). Xian Qin Han Wei Jin Nanbeichao shi 先秦漢魏晉南北朝詩 Beijing: Zhonghua shuju, 1983. Songshi 宋詩 2.1166.
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Erwin von Zach (1872–1942): Rings um die neuerbaute Hütte in Shih-men befinden sich hohe Berge, gewundene Wasserläufe, felsige Giessbäche, schlanke Bambusse, dichte Wälder
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Ich bin zu dieser steilen Höhe emporgeklommen, um hier in Abgelegenheit meine Wohnung aufzuschlagen; die Wolken zerteilend ruhe ich jetzt auf dem Shih-men-Berg. Wer könnte wohl über das glitschige Moos schreiten; wer könnte sich an die schwachen Ranken festhalten? (d.h. Fremde können nicht hierher gelangen). Im Herbste lässt hier der Wind [die Bäume] anmutig schwingen; im Frühling zeigt die Vegetation üppige Fülle. Mein Freund ist von seinem Ausflug noch nicht zurückgekehrt; wie könnte ich sicher zu wissen bekommen, wann wir uns wiedersehen werden? Auf der herrlichen Matte, wo er früher sass, sammelt sich nun Staub, und ein vergoldeter Becher, mit reinem Weine gefüllt, wartet seiner Ankunft (d.h. allein ohne Freund will ich nicht trinken). Auf dem Tung-t'ing-See erheben sich umsonst Wellen (die ihn hierher bringen könnten, und ich bleibe hier vergebens auf ihn warten), mich an einen Cassia-Zweig anhaltend (Ch'u tz'u 12/2). Der Mann, nach dem ich mich sehne, ist unendlich weit entfernt, wie die Milchstrasse; allein mit meinem Schatten habe ich niemanden, mit dem ich meine Sorgen vergessen könnte. Während ich mich durch ein Bad unten im Weiher zwischen den Felsen erfrische, blicke ich empor zu den Affen auf den Zweigen. Früher (als im Tale) höre ich hier oben das Rauschen des abends [in den Bergen entstehenden] Windes; spät am Tage sehe ich erst die Sonne hervorkommen. Infolge der steilen Felswände ringsherum verschwindet sie sehr bald wieder; andererseits verbreitet sich (des Windes) Rauschen mit Leichtigkeit im tiefen Wald. Wenn der Eindruck der Natur zu wirken aufhört, stellen sich die Sorgen wieder ein; wenn die erhabene Lehre der Vernunft (des Lao-tzu) siegt, verschwinden die Begierden. Ich möchte [an dieser Philosophie] für den täglichen Gebrauch (bis zu meinem Tode) festhalten; auf diese Weise kann ich vielleicht meine beunruhigte Seele trösten. Mit der grossen Menge will ich [diesen Gegenstand] nicht besprechen; ich hoffe vielmehr mich mit einem Wissenden darüber unterhalten zu können.–
in: Zach, Erwin von. Die chinesische Anthologie, Harvard Yenching Institute Studies 18. Cambridge, Massachusetts: Harvard University Press, 1958. p. 549.
躋險築幽居。披雲臥石門。 苔滑誰能步。葛弱豈可捫。 嫋嫋秋風過。萋萋春草繁。 美人遊不還。佳期何由敦。 芳塵凝瑤席。清醑滿金罇。 洞庭空波瀾。桂枝徒攀翻。 結念屬霄漢。孤景莫與諼。 俯濯石下潭。俯看條上猿。 早聞夕飈急。晚見朝日暾。 崖傾光難留。林深響易奔。 感往慮有復。理來情無存。 庶持乘日車。得以慰營魂。 匪為眾人說。冀與智者論。