Jiang han 江漢
Dynasty: Zhou 周 (1045 BC–256 BC)
Included in: Ruan Yuan 阮元 (ed.). Mao shi zheng yi 毛詩正義, Shi san jing zhu shu 十三經注疏 2. Taipei: Yee Wen Publishing Co., Ltd., 2001. 684-688.
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Johann Cramer : Des Statthalters Einsetzung
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Die Flüsse Kiang und Han Erheben ihre Flut. Zwei Heere, Kriegsbereit, Sie zogen aus dem Streit. Wir sehen die Barbaren Y im Lande Huei; Ihr Feinde, kommt herbei! Die Flüsse Kiang und Han Erdrohen mit der Flut. Die Heere treten hin Mit todesmuth'gem Sinn. Doch unser ward der Sieg, gewonnen ist die Schlacht, Des Kaisers Will' vollbracht. Zu'n Flüssen Kiang und Han, Als nun vorbei der Krieg, Vom Kaiser wird gesandt Schao-Hu in beides Land, Da soll er alles nun zum Besten richten ein, Dem Land zum Segen sein. Der Kaiser zu ihm sagt: Wen-Wang und U-Wang einst Beherrschten dieses Reich; Nicht komm' ich ihnen gleich. Schao-Kong, dein Ahn, war ihnen nah mit Rath und That; Wie er sei schlicht und grad! Der Kaiser zu ihm spricht: Ich gebe dir Gewalt Als Priester hier zu sein, Für dich nimm Korn und Wein Zum Unterhalt, und wie dein Ahn so herrsche frei, Das Südmeer deine Gränze sei! Schao-Hu zum Kaiser spricht: Leb' tausend Jahr vergnügt! Drauf tritt sein Amt er an, Verwaltet's treu fortan, Erbaut 'ne Ahnenhall' und setzt die Inschrift bei! Dem Kaiser bin ich treu.–
in: Cramer, Johann (ed.). Schi-King, oder Chinesische Lieder, gesammelt von Confucius. Neu und frei nach A. La Charme's lateinischer Übersetzung bearbeitet. Fürs deutsche Volk hg. von Johann Cramer, Das himmlische Reich. Oder China's Leben, Denken, Dichten und Geschichte, 4 vols. Crefeld: Verlag der J. H. Funcke'schen Buchhandlung, 1844. p. 230f. -
Friedrich Rückert (1788–1866): Die Einsetzung des Statthalters
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Die beiden Flüsse Kiang und Han Erheben ihre Wogen. Zwei Heere kriegerisch angethan Sind aus zum Kampf gezogen. Auf die Barbaren Y Ziehn wir im Lande Huei; Wir suchen suchen sie; Herbei, ihr Feind', herbei! Die Wagen rollen, Fahnen wogen, Die Ordnung steht, die Schlacht hebt an. Die beiden Flüsse Kiang und Han Sind drohend von Geflute. Die beiden Heere, Roß und Mann, Sind ungestüm von Muthe. Die Fehden enden wir, Die Feinde schlagen wir, Siegsboten senden wir, Siegszeichen tragen wir. Der Friede ward erkauft mit Blute, Des Kaisers Wille ward gethan. Zu beiden Flüssen Kiang und Han, Nachem der Krieg geendet, Wird nun Schau-Hu, der Friedensmann, Vom Kaiser hingesendet: Vom ein – zum andern Strande Stell Brücken und Verkehr, Im unterwordnen Lande Stell Ruh und Ordnung her; Und jedes Glück sei zugewendet Den Völkern, die mir zugethan. So zu Schao-Hu der Kaiser spricht: Einst walteten im Reiche Wen-Wang und U-Wang, die ich nicht An Herrlichkeit erreiche. Ihr Reicheshelfer war Schao-Kong, dein edler Ahn; Sieh seine Tugend klar, Nicht meine Mängel an! Geh, an Gerechtigkeit ihm gleiche, Und mache lieb dem Volk die Pflicht! So zu Schao-Hu sein Kaiser spricht: Mit Opferstab und Schaale Begab' ich dich, und weigre nicht Dir Korn und Wein zum Mahle. Im Lande, wo dein Ahn Gewaltet, walte frei; Richt' es, daß unterthan Dir hoch und niedrig sei. Dein Reich geht über Berg' und Thal, Bis wo des Südmeers Flut sich bricht. Schao-Hu zu seinem Kaiser spricht: Leb tausend Jahre in Wonnen! – Drauf seines Amtes treue und schlicht Zu walten er begonnen. Er baut dem hohen Ahn Die Todtenhalle neu, Und schreibet obendran: Ich bin dem Kaiser treu. Es leuchten ewig seine Sonnen, Nie untergeh' des Reiches Licht!–
in: Rückert, Friedrich. Schi-king. Chinesisches Liederbuch, gesammelt von Confucius, dem Deutschen angeeignet von Friedrich Rückert. Altona: J. F. Hammerich, 1833. p. 324-326. -
Victor von Strauß (1809–1899): Schao-Hu's Siegeszug und Belohnung (826 v. Chr.)
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Kiang und Han geschwollen waren; Vorwärts strömten Kriegerschaaren. Ohne Ruh'n und Müßigfahren Suchten wir die Koai-Barbaren; Zogen aus mit unsern Wagen, Ließen unsre Banner ragen, Ohne Ruhen, ohne Zagen, Koai's Barbaren fortzuschlagen. Kiang und Han sich wogend schwangen; Kühn zum Streit die Krieger drangen. Ordnung ist durch's Reich ergangen; König hat die Kund' empfangen. Alles Land war nun in Frieden, Fest des Königs Reich hienieden, Aller Streit hinfort vermieden Und dem König Ruh' beschieden. Wo sich Kiang und Han ergießen, König hat Schao-Hu gehießen: "Geh', die Länder aufzuschließen, Meine Gränzmark auszuleih'n, Ohne Drücken und Verletzen Nach des Königslands Gesetzen Im Begränzen, im Befrieden, Bis hinaus an's Meer im Süden." König hat Schao-Hu gehießen: "Bist gegangen, war'st Vertheiler; Und als Wen und Wu regierten, War ein Schao-Fürst auch ihr Pfeiler; Ich, ein Kind, muß ihnen weichen, Doch du bist des Schao-Fürst Gleichen; Durchbewährt ist dein Verdienst, Das soll dir zum Glück gereichen. Dir ein Opferscepter geb' ich Und ein Faß mit Hirsenweine; That auch kund vor dem Patrone: Berg, Land, Feld sei dir zum Lohne. Nimm in Tscheu dein Amt vom Throne, Wie's dem Ahnherrn ward vom Throne." – Ku das Haupt zur Erde beugte: "Tausend Jahr' de,Himmelssohne"! Ku das Haupt zur Erde beugte, Laut des Königs Huld bezeugte, Ihn dem Ahnen gleich zu heben: "Himmelssohn mög' endlos leben! Himmelssohn, so hoch erleucht't, Dessen Ruhm kein End' erreicht, Deine Herrschertugend zeige, Daß sich alles Land ihr neige."–
in: Strauß, Victor von. Schi-king. Das kanonische Liederbuch der Chinesen. Heidelberg: Carl Winter's Universitätsbuchhandlung, 1880. p. 455f.
江漢浮浮,武夫滔滔。 匪安匪遊,淮夷來求。 既出我車,既設我旟。 匪安匪舒,淮夷來鋪。 江漢湯湯,武夫洸洸。 經營四方,告成于王。 四方既平,王國庶定。 時靡有爭,王心載寧。 江漢之滸,王命召虎。 式辟四方,徹我疆土。 匪疚匪棘,王國來極。 于疆于理,至于南海。 王命召虎,來旬來宣。 文武受命,召公維翰。 無曰予小子,召公是似。 肇敏戎公,用錫爾祉。 釐爾圭瓚,秬鬯一卣。 告于文人,錫山土田。 于周受命,自召祖命。 虎拜稽首,天子萬年。 虎拜稽首,對揚王休,作召公考,天子萬壽。 明明天子,令聞不已。 矢其文德,洽此四國。