Huang niao "Jiao jiao huang niao" 黃鳥 "交交黃鳥"

by Anonymous (Shijing)

Dynasty: Zhou 周 (1045 BC–256 BC)

Included in: Ruan Yuan 阮元 (ed.). Mao shi zheng yi 毛詩正義, Shi san jing zhu shu 十三經注疏 2. Taipei: Yee Wen Publishing Co., Ltd., 2001. 243f.

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  • Johann Cramer : Todtenlied
    Der gelbe Vogel flieget auf und ab, Und singet eine Trauerweise. Wen trägt man nach Mu-Kong ins Grab? Ach, unsern tapfern Tsen-Tsche Jen-Si, Er, dessen Muth vom höchsten Preise. Mit Trauer nahen wir der Gruft, Und Seufzer füllen rings die Luft. O blauer Himmel, warum gabst Den Edeln in den Tod du hin? Ach, könnten wir erwecken ihn, Wär' selbst der Tod für uns Gewinn! Der gelbe Vogel in der Luft sich wiegt, Und läßt vom Baume Klag' erklingen. Wen hat nach Mu-Kong noch der Tod besiegt? Ach, unsern tapfern Tsen-Tsche Tschon-Hang; Er, der mit hundert Männern konnte ringen. Mit Trauer nahen wir der Gruft, Und Seufzer füllen rings die Luft. O blauer Himmel, warum gabst Den Edeln in den Tod du hin? Ach, könnten wir erwecken ihn, Wär' selbst der Tod für uns Gewinn! Im Morgenroth der gelbe Vogel schwebt, Setzt sich auf Dornen, klagt zum Mißgeschicke. Wer ist's, den man noch mit Mu-Kong begräbt? Ach, unsern tapfersten Tsen-Tsche Kien-Hu; Er, der ein Heer besiegt im Augenblicke, Mit Trauer nahen wir der Gruft, Und Seufzer füllen rings die Luft. O blauer Himmel, warum gabst Den Edeln in den Tod du hin? Ach, könnten wir erwecken ihn, Wär' selbst der Tod für uns Gewinn!

    in: Cramer, Johann (ed.). Schi-King, oder Chinesische Lieder, gesammelt von Confucius. Neu und frei nach A. La Charme's lateinischer Übersetzung bearbeitet. Fürs deutsche Volk hg. von Johann Cramer, Das himmlische Reich. Oder China's Leben, Denken, Dichten und Geschichte, 4 vols. Crefeld: Verlag der J. H. Funcke'schen Buchhandlung, 1844. p. 98f.
    Cramer introduces the poem with the following phrase: "auf drei edle, tapfere Brüder, die sich unter den 177 befanden, welche mit Mu-Kong, dem Vicekönige im Reiche Tsin, im Jahre 621 vor Chr. nach tartarischem, von den Chinesen als barbarisch verabscheuten Gebrauche lebendig begraben wurden."
  • Albert Ehrenstein (1886–1950): Totenlied. Drei Brüdern, geopfert am Fürstengrab
    in: Ehrenstein, Albert. Chinesische Dichtungen. Lyrik, Werke. München: Klaus Boer Verlag, 1995. p. 93.
  • Heide Köser : Die gelben Vögel
    in: Köser, Heide and Hetzer, Armin. Das Liederbuch der Chinesen. Guofeng. Frankfurt a. M.: Insel Verlag, 1990. p. 109f.
  • Friedrich Rückert (1788–1866): Todtenlied
    Der gelbe Vogel flieget auf und ab, Und singet eine traur'ge Melodie. Wer folgt dem Fürsten Mu-Kong nach ins Grab? Ach, unser tapferer Tsee-Tsche Yen-Si; Er, der an Muth und Kraft ward übertroffen nie: Wir nahen seinem Grab mit Trauer, Und uns ergreift ein tiefer Schauer. O blauer Himmel, wie Hast du vermocht den Edlen hinzugeben, Den, könnten wir sein Haupt vom Staub erheben, Wir kauften freudig los um unser aller Leben! Der gelbe Vogel wiegt sich in der Luft, Und setzt sich auf dem Baum mit Klaggesang. Wer folgt dem Fürsten Mu-Kong in die Gruft? Ach, unser tapferer Tsee-tsche Tschong-Hang; Er, dessen Löwenmuth mit hundert Männern rang: Wir nahen seiner Gruft mit Trauer, Und uns erfüllt ein tiefer Schauer. O blauer Himmel! bang Ist unser Herz; wie ward dahin gegeben Er, welchen wir um unser aller Leben Loskauften, könnten wir sein Haupt vom Staub erheben! Der gelbe Vogel schwebt im Morgenroth, Auf Dornen setzt er sich und singt dazu: Wer folgt dem Fürsten Mu-Kong in den Tod? Ach unser tapferster Tsee-Tsche Kien-Hu; Er, der zu Boden warf ein Heer in jedem Nu: Zu seiner Gruft wir nahn mit Trauer, Uns übermannt ein dunkler Schauer; O blauber Himmel du! Wie gabest du dahin des Edlen Leben, Den wenn wir könnten aus dem Staub erheben, Wir würden freudig hin all unsre Häupter geben.

    in: Rückert, Friedrich. Schi-king. Chinesisches Liederbuch, gesammelt von Confucius, dem Deutschen angeeignet von Friedrich Rückert. Altona: J. F. Hammerich, 1833. p. 141f.
    Rückert introduced the poem with the following phrase (p. 141): "auf drei edle und tapfere Brüder, die unter den 177 waren, welche im Jahr 621 vor Chr. mit Mu-Kong, dem Unterkönig im Reiche Tsin, nach tatarischer, von den Chinesen als barbarisch verabscheuter Sitte, lebendig begraben wurden."
  • Victor von Strauß (1809–1899): Klaggesang über die drei, mit der Leiche des Fürsten Mu lebendig begrabenen Heldenbrüder aus dem Hause Tse-kü
    Die gelben Vögel fliegen hin, Auf Dornen rasten sie. Wer ist dem Fürsten Mu gefolgt? Das war der Tse-ku, war Jan-si. Und dieser selbige Jan-si, Der Hunderten gewichen nie, Als er die Grube sah, Wie schaudert' ihn vor Grauen da! O Himmel, den so blau wir wissen, Welch Edlen hast du uns entrissen! Wär' er zurückzukaufen, o, Wir wollten hundert Andre missen. Die gelben Vögel fliegen hin, Sie ruh'n auf Maulbeer'n lang' Wer ist dem Fürsten Mu gefolgt? Das war der Tse-ku, war Tschung-hang. Und dieser selbige Tschung-hang, Der hunderte zum Weichen zwang, Als er die Grube sah, Wie schaudert' ihn vor Grausen da! O Himmel, den so blau wir wissen, Welch Edlen hast du uns entrissen! Wär' er zurückzukaufen o, Wir wollten hundert Andre missen. Die gelben Vögel fliegen hin, Den Brombeer'n zieh'n sie zu. Wer ist dem Fürsten Mu gefolgt? Das war der Tse-ku, war Tschin-hu. Und dieser selbige Tschin-hu, Der hunderte bestand in Ruh', Als er die Grube sah, Wie schaudert' ihn vor Grausen da! O Himmel, den so blau wir wissen, Welch Edlen hast du uns entrissen! Wär' er zurückzukaufen, o, Wir wollten hundert Andre missen.

    in: Strauß, Victor von. Schi-king. Das kanonische Liederbuch der Chinesen. Heidelberg: Carl Winter's Universitätsbuchhandlung, 1880. p. 214f.

交交黃鳥 ,止于棘。 誰從穆公,子車奄息。 維此奄息,百夫之特。 臨其穴,惴惴其慄。 彼蒼者天,殲我良人。 如可贖兮,人百其身。 交交黃鳥 ,止于桑。 誰從穆公,子車仲行。 維此仲行,百夫之防。 臨其穴,惴惴其慄。 彼蒼者天,殲我良人。 如可贖兮,人百其身。 交交黃鳥,止于楚。 誰從穆公,子車鍼虎。 維此鍼虎,百夫之禦。 臨其穴,惴惴其慄。 彼蒼者天,殲我良人。 如可贖兮,人百其身。