奉和逐涼詩
Liu Xiaowei 劉孝威 (496–549)
鐘鳴夜未央。避暑起徬徨。
長河似曳素。明星若散璫。
倚巖欣石冷。臨池愛水涼。
月纖張敞畫。荷妖韓壽香。
對此遊清夜。何勞娛洞房。
Sommernacht Alfred Forke (1867–1944)
— in: Forke, Alfred. Blüthen chinesischer Dichtung. Magdeburg: Commissionsverlag: Faber'sche Buchdruckerei, A. & R. Faber, 1899. p. 75f.
Des Glockenspiels helle Tön'
Die stille Nacht durchklingen,
Im Freien will ich mich ergeh'n:
Es wird mir Kühlung bringen.
Der Himmelsstrom am Firmament
Gleicht einem weissen Schleier;
Mit diamantnem Glanze brennt
Unzähliger Sterne Feuer.
Gelehnt an eine Bergeswand
Den kalten Fels ich fühle,
Und labe mich am Teiches Rand,
An seines Wassers Kühle.
Es scheint gemalt des Mondes Bild
Mit Tschang-tschang's Pinselstrichen,
Die Lotosblum' die Luft erfüllt
Mit Hanschan's Wohlgerüchen.
Ich wandele durch die Natur
Bei lichtem Sternenschimmer.
Was suchet man die Freude nur
Im engen, dumpfen Zimmer!