木瓜
Anonymous (Shijing)
投我以木瓜,報之以瓊琚。 匪報也,永以為好也。 投我以木桃,報之以瓊瑤。 匪報也,永以為好也。 投我以木李,報之以瓊玖。 匪報也,永以為好也。
Deutung der Liebesgaben Johann Cramer
— in: Cramer, Johann (ed.). Schi-King, oder Chinesische Lieder, gesammelt von Confucius. Neu und frei nach A. La Charme's lateinischer Übersetzung bearbeitet. Fürs deutsche Volk hg. von Johann Cramer, Das himmlische Reich. Oder China's Leben, Denken, Dichten und Geschichte, 4 vols. Crefeld: Verlag der J. H. Funcke'schen Buchhandlung, 1844. p. 53f.
— in: Jolowicz, Heinrich (ed.). Der poetische Orient. Leipzig: Verlag von Otto Wigand, 1853. p. 11.
— in: Polko, Elise (ed.). Aus der Fremde. Neue Dichtergrüße vieler Herren Länder. Gesammelt von Elise Polko. Breslau: S. Schottlaender, 1879. p. 250f.
Du warfst mir einen Apfel in den Schooß; Nimm dafür hin den rothen Edelstein! Nicht zum bezahlen, sondern blos Als meiner Sinnesmeinung Schein, Er spricht: du mein, und ich bin dein! Du warfst mir eine Pfirsche in den Schooß; Nimm dafür hin den grünen Edelstein! Nicht zum Vergelten, sondern blos Als meiner stillen Liebe Schein, Er spricht: du mein, und ich bin dein! Du warfst mir eine Pflaume in den Schooß; Nimm dafür hin den blauen Edelstein! Nicht zum Ersatze, sondern blos Als meiner festen Treue Wiederschein, Er spricht: du mein, und ich bin dein!
Freundesdank Vincenz Hundhausen (1878–1955)
— in: Hundhausen, Vincenz. Chinesische Dichter in deutscher Sprache. Peking, Leipzig: Pekinger Verlag, 1926. p. 121.
Gabst du eine Quitte mir, Daß mein Herz daran sich freue, Kein Gehänge aus Opalen Kann dir deine Gabe zahlen! Eins nur gilt und werde dir: Meiner Freundschaft ewige Treue! Gabst du einen Pfirsich mir, Daß mein Herz daran sich freue: Kein Gehänge aus Rubinen Kann zu würdigem Danke dienen! Eins nur gilt und werde dir: Meiner Freundschaft ewige Treue! Gabst du eine Pflaume mir, Daß mein Herz daran sich freue: Darf ich je mit Edelsteinen Dir es zu vergelten meinen? Eins nur gilt und werde dir: Meiner Freundschaft ewige Treue!
Liebesgaben-Deutung Ernst Meier (1813–1866)
— in: Meier, Ernst. Morgenländische Anthologie. Klassische Dichtungen aus der sinesischen, indischen, persischen und hebräischen Literatur. Leipzig: Verlag des Bibliographischen Instituts, 1875. p. 21f.
DU hast mir Aepfel zugeworfen: Mit rothen Edelsteinen möcht' ich Dank dir sagen, Nicht, um die Schuld mit Gleichem abzutragen, Vielmehr, um dir des Herzens Sinn zu zeigen, Der unverbrüchlich treu dir bleibt zu eigen. Du hast mir Pfirsich' zugeworfen: Ich reich' dir grüne Edelsteine für die Früchte, Nicht, daß die Schuld mit Gleichem ich entrichte, Vielmehr, um dir des Herzens Sinn zu zeigen, Der unverbrüchlich treue dir bleibt zu eigen. Du hast mir Pflaumen zugeworfen: O nimm für dein Geschenk die blauen Edelsteine! Nicht, weil ich's damit zu bezahlen meine, Vielmehr, um dir des Herzens Sinn zu zeigen, Der unverbrüchlich treu dir bleibt zu eigen.
Gegengabe Elisabeth Oehler-Heimerdinger (1884–1955)
— in: Oehler-Heimerdinger, Elisabeth. Das Frauenherz. Chinesische Lieder aus drei Jahrtausenden. Leipzig: Union Deutsche Verlagsgesellschaft, 1925. p. 20.
Baummelonen schenkt er mir, Saphir geb ich ihm dafür. Nicht, daß ich ihm wiederschenke, Sondern daß er mein gedenke. Pfirsichfrüchte schenkt er mir, Demant geb ich ihm dafür. Nicht, daß ich ihm wiederschenke, Sondern daß er mein gedenke. Frische Pflaumen schenkt er mir, Jade geb ich ihm dafür. Nicht, daß ich ihm wiederschenke, Sonder daß er mein gedenke.
Liebesgaben-Deutung Friedrich Rückert (1788–1866)
— in: Rückert, Friedrich. Schi-king. Chinesisches Liederbuch, gesammelt von Confucius, dem Deutschen angeeignet von Friedrich Rückert. Altona: J. F. Hammerich, 1833. p. 80f.
— in: Oehlke, Waldemar. Chinesische Lyrik und Sprichwörter. Bremen-Horn: Walter Dorn-Verlag, 1952. p. 24f.
Du warfst mir Äpfel in den Schoß; Nimm hin dafür die roten Edelsteine! Nicht zur Bezahlung, sondern bloß, Daß ich dir meinen Sinn bescheine, Und du daraus ersehest, wie ich's meine. Du warfst mir Pfirs'chen in den Schoß; Nimm hin dafür die grünen Edelsteine! Nicht zur Vergeltung, sondern bloß, Daß meine Liebe dir erscheine Und du daraus ersehest, wie ich's meine. Du warfst mir Pflaumen in den Schoß; Nimm hin dafür die blauen Edelsteine! Nicht zum Ersatze, sondern bloß Zu meiner Treue Widerscheine, Daß du daraus ersehest, wie ich's meine.
Vergeltung Victor von Strauß (1809–1899)
— in: Strauß, Victor von. Schi-king. Das kanonische Liederbuch der Chinesen. Heidelberg: Carl Winter's Universitätsbuchhandlung, 1880. p. 141.
Melonen reichte deine Hand mir hin; Vergelte dir dafür denn ein Rubin. Doch nicht vergelt' er's, nein! Stets dein dafür soll meine Liebe sein. Du reichtest Pfirsich mir aus deiner Hand; Vergelte dir dafür ein Diamant. Doch nicht vergelt' er's, nein! Stets dein dafür soll meine Liebe sein. Du reichtest mit der Hand die Pflaume mir; Vergelte dir dafür denn ein Sapphir. Doch nicht vergelt' es', nein! Stets dein dafür soll meine Liebe sein.