春日雜興十首(其五)"東方有美人"
Qin Guan 秦觀 (1049–1100)
東方有美人,容華茂春粲。
抱影守單棲,含睇理哀彈。
聲意一何切,所歡邈雲漢。
徒然事膏沐,孰與徂昏旦。
微誠浪自持,嘉月忽復晏。
巧轉度虛櫺,飛紅觸幽幔。
歲歲芳草滋,夜夜明星爛。
合并會有時,索居不必歎。
Die Einsame Alfred Forke (1867–1944)
— in: Forke, Alfred. Dichtungen der Tang- und Sung-Zeit, Veröffentlichungen des Seminars für Sprache und Kultur Chinas an der Hamburgischen Universität. Hamburg: Friederichsen, de Gruyter & Co., 1929. p. 156.
Im Osten unseres Landes
Da lebt eine schöne Frau.
Ihr liebliches Antlitz gleichet
Den Frühlingsblüten genau.
Nur ihren Schatten umarmend,
So harrt sie in Einsamkeit,
Und starren Blickes verkündet
Im Zitherspiel sie ihr Leid.
Warum sind seine Töne
So voll von herbem Schmerz?
Weil fern wie der Milchstrom am Himmel
Der Mann, dem gehört ihr Herz.
Zu baden sich und zu schmücken,
Das wäre vergebliche Müh',
Denn niemand ist ihr zur Seite
Am Abend und in der Früh'.
Des Herzens wilde Gefühle,
Die preßt sie zurück mit Gewalt.
Der herrliche Mond erscheinet,
Auch er versinket gar bald.
Doch listig blickt er im Sinken
Noch in ihr Fensterlein,
Es fällt auf den stillen Vorhang
Der Morgenröte Schein.
Die Blumen und Pflanzen blühen
Und duften Jahr für Jahr,
Und jede Nacht erschimmern
Die hellen Sterne klar.
Die Zeit wird sicher einst kommen
Der Wiedervereinigung —
Weshalb drum seufzen und klagen? —
Wenn sie geharrt genung.