漁家傲 "十月小春梅蕊綻"
Ouyang Xiu 歐陽修 (1007–1072)
十月小春梅蕊綻。紅爐畫閤新裝遍。 錦帳美人貪睡暖。羞起晚。玉壺一夜冰澌滿。 樓上四垂簾不卷。天寒山色偏宜遠。 風急雁行吹字斷。紅日短。江天雪意雲撩亂。
Winterstimmung Richard Wilhelm (1873–1930)
— in: Wilhelm, Richard. Chinesische Wintergedichte. Qingdao: ohne Verlag, 1920. p. 10f.
— in: Wilhelm, Richard. Chinesisch-Deutsche Jahres- und Tageszeiten. Lieder und Gesänge. Jena: Eugen Diederichs, 1922. p. 83f.
Die Wintersonnenwende Läßt schon den Frühling ahnen, Die Mandelknospen alle Vernehmen sein leises Mahnen. Des Abends im Turmgemache, Da ist es so traulich und fein. Ein Mädchen steht vor dem Spiegel Und schmückt sich für sich allein. Geschlossen sind die Riegel, Und niemand stört ihre Ruh, So schlüpft sie hinter den Vorhang Und tut die Augen zu. Des Morgens ganz verschlafen, Da wacht sie wieder auf. Es ist schon spät. Sie errötet Und lacht; dann steht sie auf. Das Wasser in der Vase Von Alabaster weiß Ist über Nacht gefroren Zu klar kristallnem Eis. Sie läßt an ihren Fenstem Die Vorhänge alle zu, Kalt ist es draußen; die Berge Stehn fern in duft'ger Ruh. Der Sturmwind braust durch die Lüfte Verweht der Wildgänse Reih'n; Die Sonne sinket nieder Im roten Abendschein. Und auf dem Flusse die Nebel Sie steigen in die Höh'. Die dunklen Wolken kommen Und bringen Frost und Schnee.