樂遊應詔詩
Fan Ye 范曄 (398–445)
崇盛歸朝闕。虛寂在川岑。
山梁協孔性。黃屋非堯心。
軒駕時未肅。文囿降照臨。
流雲起行蓋。晨風引鑾音。
原薄信平蔚。臺澗備曾深。
蘭池清夏氣。修帳含秋陰。
遵渚攀蒙密。隨山上嶇嶔。
睇目有極覽。遊情無近尋。
聞道雖已積。年力互頹侵。
探己謝丹黻。感事懷長林。
Gedicht, das ich im Lo-yu-[yüan-]Park einem kaiserlichen Auftrag gemäss verfasste Erwin von Zach (1872–1942)
— in: Zach, Erwin von. Die chinesische Anthologie, Harvard Yenching Institute Studies 18. Cambridge, Massachusetts: Harvard University Press, 1958. p. 297f.
Pracht und Glanz gehören dem Kaiserpalast an; Leere und Schweigen finden sich an den Flüssen und in den Bergen.
Die Brücke über den Giessbach (in den Bergen; Legge I 236) gefiel der natürlichen Veranlagung des Konfuzius; die kaiserliche Karosse mit dem gelben Baldachin war nicht nach dem Sinn des Kaisers Yao.
Unser Kaiser (der den beiden Genannten zu vergleichen ist) hat zwar jetzt noch nicht den Wagen vorbereitet (womit einst Huang-ti den Ta-wei aufsuchte; Texts of Taoism II 96); aber er ist wie [Herzog] Wen [von Chou] in seinen Park gekommen, um sich an der Natur zu erfreuen.
Eine wandernde Wolke schwebt über dem kaiserlichen Wagen; der Morgenwind verbreitet die Töne der Wagenglöckchen.
Ebene Wiesen grenzen an üppige Waldungen; der Söller ist äusserst hoch, die Schlucht besonders tief.
Der [kühle] Orchideenteich macht die Sommerhitze erträglich; das lange (dort aufgeschlagene) Zelt beherbergt Herbstfrische.
Längs des Ufers des Teiches biegen wir das dichte Gestrüpp auseinander; in den Bergen steigen wir steile Felsen empor.
Dem schauenden Auge bieten sich weite Ausblicke; unsere Sehnsucht nach der Ferne lässt die Gegenstände der Nähe unbeachtet.
Obwohl ich viel über das Tao gehört habe, bin ich alt und verfallen (und sehe durchaus nicht so jugendlich aus wie Nü Yü; Texts of Taoism I 245).
Wenn ich mein Inneres prüfe, möchte ich meine herrliche Uniform ablegen und mich in die Einsamkeit zurückziehen; der Amtsgeschäfte überdrüssig sehne ich mich nach dem ausgedehnten Wald.