雜詩二首 (其一) "漫漫秋夜長"
Cao Pi 曹丕 (187–226)
漫漫秋夜長。烈烈北風涼。 展轉不能寐。披衣起彷徨。 彷徨忽已久。白露沾我裳。 俯視清水波。仰看明月光。 天漢回西流。三五正縱橫。 草蟲鳴何悲。孤鴈獨南翔。 鬱鬱多悲思。綿綿思故鄉。 願飛安得翼。欲濟河無梁。 向風長歎息。斷絕我中腸。
Zwei Gedichte ohne besonderen Titel "Unendlich lange ist diese Herbstnacht" Erwin von Zach (1872–1942)
— in: Zach, Erwin von. Die chinesische Anthologie, Harvard Yenching Institute Studies 18. Cambridge, Massachusetts: Harvard University Press, 1958. p. 526.
Unendlich lange ist diese Herbstnacht; unwirtlich weht ein kalter Nordwind. Ich wälze mich auf meinem Lager und kann nicht schlafen; ich werfe meinen Rock über die Schultern, (trete zur Türe hinaus) und gehe ruhelos auf und ab. Dieses Auf- und Abgehen dauert unbewusst schon lange, und glänzernder Tau befeuchtet (allmählich) mein Gewand. Mein Blick fällt auf die Wogen des durchsichtigen Wassers unter mir; ich sehe über mir das Licht des hellen Mondes. Die Milchstrasse hat sich schon nach Westen gewendet; hie und da sieht man gerade noch drei oder fünf Sterne (Legge IV 31). Wie traurig zirpt der Grashüpfer! Eine einzelne Wildgans fliegt verlassen nach Süden. Ich bin von einer Menge trauriger Gedanken überwältigt; unaufhörlich muss ich meiner alten Heimat gedenken. Ich möchte in die Heimat fliegen, wie könnte ich doch nur Flügel bekommen? Ich möchte über den Huangho setzen, aber er hat keine Brücken. Im Winde stehend seufze ich gar tief; mein Herz ist wie gebrochen.