代東武吟
Bao Zhao 鮑照 (414–466)
主人且勿諠。賤子歌一言。
僕本寒鄉士。出身蒙漢恩。
始隨張校尉。占募到河源。
後逐李輕車。追虜窮塞垣。
密塗亘萬里。寧歲猶七奔。
肌力盡鞍甲。心思歷涼溫。
將軍既下世。部曲亦罕存。
時事一朝異。孤績誰復論。
少壯辭家去。窮老還入門。
腰鎌刈葵藿。倚杖牧雞豚。
昔如韝上鷹。今似檻中猿。
徒結千載恨。空負百年怨。
棄席思君幄。疲馬戀君軒。
願垂晉主惠。不愧田子魂。
Das Tung-wu Lied Erwin von Zach (1872–1942)
— in: Zach, Erwin von. Die chinesische Anthologie, Harvard Yenching Institute Studies 18. Cambridge, Massachusetts: Harvard University Press, 1958. p. 500f.
Ich bitte Dich, o Herr, Dich für einen Augenblick zu beruhigen (und mich nicht wegzujagen); ich armer Mann möchte Dir ein Lied vortragen.
Ich stamme ursprünglich aus einem kleinen, verlassenen Dorf; ich trat in Staatsdienste und wurde durch die Han-Dynastie gut behandelt.
Zuerst diente ich dem Oberst Chang (Ch'ien; BD No. 29); er hob Soldaten aus und ich folgte ihm bis an die Quellen des Huang-ho.
Später diente ich Li (Ts'ai, Vetter des Li Kuang), dem auf schnellen Wagen vorwärtseilenden General; [unter ihm] verfolgte ich die Hunnen bis an die Grosse Mauer.
Selbst die kurzen Märsche, die ich zurücklegte, dürften zusammen 10.000 Meilen betragen; selbst in friedlichen Jahren nahm ich noch an sieben Gefechten teil.
Meine Kräfte erschöpften sich im Sattel und unter dem Panzer; mein Herz erfuhr Kälte und Wärme (d.i. gute und schlechte Behandlung).
Nachdem der General einmal gefallen war, blieben von seinen Divisionen auch nur wenige Soldaten übrig.
Eines Tages änderten sich plötzlich die politischen Verhältnisse; wer hätte sich da noch meiner kleinen Verdienste erinnert?
Als ich jung und stark war, verliess ich Familie und Heimat; alt und verfallen kehre ich jetzt dahin zurück.
Mit der am Gürtel hängenden Sichel schneide ich Malven und Hülsenfrüchte; gestützt auf meinen Stock hüte ich Hühner und Ferkel.
Einst war ich wie ein Falke auf dem Lederärmel [des Jägers]; jetzt bin ich wie ein Affe im Käfig.
Nur eine unermessliche Kränkung erfüllt mein Herz; ein ewig dauerndes Unbefriedigtsein lässt mich nicht zur Ruhe kommen (weil ich vom Kaiser nicht mehr verwendet werde).
Selbst eine weggeworfene Matte sehnt sich zurück nach dem Zelt ihres Besitzers; selbst ein wegen Altersschwäche ausrangiertes Pferd erinnert sich noch des Stalles seines Herrn.
Ich hoffe, dass mir dieselbe Gnade von Dir, o Herr, zuteil werde, wie einst der alten Matte des Herzogs Wen von Chin (dem Chiu Fan riet, sie nicht wegzuwerfen); ich möchte, dass Du Dich nicht vor dem Geiste des T'ien Tzu[-fang] zu schämen brauchtest (der sich einst eines alten, ausrangierten Dienstpferdes erbarmte).