齋中讀書詩
Xie Lingyun 謝靈運 (385–433)
昔余遊京華。未嘗廢丘壑。
矧乃歸山川。心跡雙寂寞。
虛館絕諍訟。空庭來鳥雀。
臥疾豐暇豫。翰墨時間作。
懷抱觀古今。寢食展戲謔。
既笑沮溺苦。又哂子雲閣。
執戟亦以疲。耕稼豈云樂。
萬事難並歡。達生幸可託。
Ich lese Bücher in meiner Studierkammer Erwin von Zach (1872–1942)
— in: Zach, Erwin von. Die chinesische Anthologie, Harvard Yenching Institute Studies 18. Cambridge, Massachusetts: Harvard University Press, 1958. p. 548.
Früher als ich in der lebhaften Residenz verweilte, hatte ich darüber doch niemals die Landschaft der Hügel und Schluchten (in ihrer Umgebung) vergessen (die ich von Zeit zu Zeit aufsuchte).
Umsoweniger ist dies jetzt der Fall, da ich nach (Yung-chia's) Bergen und Flüssen zurückgekehrt bin; Herz und Leib fühlen sich beide in dieser Einsamkeit wohl.
In meinem verlassenen Amt gibt es keine Prozesse (infolge der Einfachheit der Bevölkerung); in meinen leeren Hof kommen nur Vögel (keine Menschen).
Während ich krank daniederliege, habe ich viel Musze; Pinsel und Tusche werden immer wieder hervorgeholt und mit Unterbrechungen verwendet.
Mit meinen eigenen Ideen durchforsche ich alte und neue [Geschichte]; beim Liegen und Essen lese ich Bücher, die meinen Spott und Witz herausfordern.
Einerseits lache ich über die Mühen der (eigensinnigen Ch'ang) Chü und [Chieh] Ni (Legge I 333; bei ihrer Feldarbeit), andererseits spotte ich des (übereifrigen Strebers) Yang Hsiung [der auf dem T'ien-lu-]ko [Bücher korrigierte].
Seinen Dienst (als Gardeoffizier mit der Lanze in der Hand) halte ich auch für sehr ermüdend; und jene Feldarbeit kann ebenfalls keine Unterhaltung gewesen sein.
In dieser Welt kann man nur schwer zwei Dinge gleichzeitig geniessen (wie das Gehalt eines Beamten und die Zurückgezogenheit in den Bergen); glücklicherweise kann ich mich auf Grund der weiten, vorurteilslosen Lebensauffassung des Chuang-tzu (Texts of Taoism II 11) sowohl meiner amtlichen Würde wie auch meiner Einsamkeit erfreuen.