簡兮
Anonymous (Shijing)
簡兮簡兮,方將萬舞。
日之方中,在前上處。
碩人俁俁,公庭萬舞。
有力如虎,執轡如組。
左手執籥,右手秉翟。
赫如渥赭,公言錫爵。
山有榛,隰有苓。
云誰之思,西方美人。
彼美人兮,西方之人兮。
Tanz bei Hofe Johann Cramer
— in: Cramer, Johann (ed.). Schi-King, oder Chinesische Lieder, gesammelt von Confucius. Neu und frei nach A. La Charme's lateinischer Übersetzung bearbeitet. Fürs deutsche Volk hg. von Johann Cramer, Das himmlische Reich. Oder China's Leben, Denken, Dichten und Geschichte, 4 vols. Crefeld: Verlag der J. H. Funcke'schen Buchhandlung, 1844. p. 32f.
Freude sei ringsum,
Und der Tanz beginne
Gleich am Sommernachmittag,
Herrlich anzuschaun!
Seht, der Schlanke tanzt,
Der sonst fährt den Wagen,
Wie die Rosse lenkt er nun
Seinen Schritt und Tritt.
Er, so löwenstark,
Drehet sich behende,
Jetzt nach vorn, zur Mitte dann,
Wie es ist der Brauch.
Eine Flöt' er hält
Zierlich in der Linken,
Hebt und senket sie und trägt
Eine Feder rechts.
In die Flöt' er haucht,
Und erhebt die Feder,
Kühlt sein glühend Angesicht,
Das von Schweiße trieft.
Doch der Feder Weh'n
Mehret noch die Gluten,
Und es winket ihm der Fürst,
Einen Trunk zu thun.
Der Hoftanz Friedrich Rückert (1788–1866)
— in: Rückert, Friedrich. Schi-king. Chinesisches Liederbuch, gesammelt von Confucius, dem Deutschen angeeignet von Friedrich Rückert. Altona: J. F. Hammerich, 1833. p. 52.
Lasset nun die Freude walten,
Und die Tänze sich entfalten!
Tanzt am Sommernachmittage,
Daß der Anblick uns behage.
Seht, ein schlanker, hochgewachsen,
Der sonst fährt mit raschen Achsen,
Lenkt, wie sonst der Rosse Tritte,
Nun im Tanze seine Schritte.
Er der starke Löwenkräftig,
Regt sich rasch, doch nicht zu heftig;
Bald voran, bald in der Mitte,
Tanzet er mit feiner Sitte.
Eine Flöt' in seiner Linken,
Die er hebt und lässet sinken,
In der Rechten eine Feder;
Herrlich schwankt er gleich der Zeder.
Jetzo in die Flöte haucht er,
Jetzt die Pfauenfeder braucht er;
Sein Gesicht, das trieft und glühet,
Ist zu kühlen er bemühet.
Doch in hellerm Brand zu stehen
Scheint es durch der Feder Wehen;
Und auf einen Wink des Fürsten
Stillt ein Becher Wein sein Dürsten.
Der Tänzer, der zu Besserem tauglich wäre Victor von Strauß (1809–1899)
— in: Strauß, Victor von. Schi-king. Das kanonische Liederbuch der Chinesen. Heidelberg: Carl Winter's Universitätsbuchhandlung, 1880. p. 108.
Leicht und gewandt, leicht und gewandt
Tritt er zu jeglichem Tanze heran.
Stehet die Sonn' in der Mitte des Tags,
Zeigt er sich auf dem erhöhten Plan.
Groß ist der Mann und von hoher Gestalt,
Tanzet im fürstlichen Saal mannigfalt.
Gleichet dem Tiger an Kraft und Gewalt,
Führet die Bäum' als ob Fäden er halt'
Hält in der Hand, in der linken, die Flöte,
Hält mit der Rechten die Federn gefaßt;
Strahlet er aber von Schweiß und von Röthe,
Heißet der Fürst, daß man Becher ihm böte.
Auf Bergen wachsen die Haseln,
Das Süßholz wächst in dem Thal.
Und wessen ist er denn eingedenk?
Der herrlichen Männer im westlichen Land.
O was für herrliche Männer das sind,
Die Männer dort in den westlichen Landen, oh!