擬魏太子鄴中集詩八首 (其二): "王粲"
Xie Lingyun 謝靈運 (385–433)
家本秦川。貴公子孫。
遭亂流寓。自傷情多。
幽厲昔崩亂。桓靈今板蕩。
伊洛既燎煙。函崤沒無象。
整裝辭秦川。秣馬赴楚壤。
沮漳自可美。客心非外獎。
常歎詩人言。式微何由往。
上宰奉皇靈。侯伯咸宗長。
雲騎亂漢南。宛郢皆掃盪。
排霧屬盛明。披雲對清朗。
慶泰欲重疊。公子特先賞。
不謂息肩願。一旦值明兩。
並載遊鄴京。方舟汎河廣。
綢繆清讌娛。寂寥梁棟響。
既作長夜飲。豈顧乘日養。
In Nachahmung des Stiles des Ts'ao P'i verfasse ich acht Gedichte über die (beim Bankett) in Yeh[-ch'eng] versammelten Gäste: Wang Ts'an Erwin von Zach (1872–1942)
— in: Zach, Erwin von. Die chinesische Anthologie, Harvard Yenching Institute Studies 18. Cambridge, Massachusetts: Harvard University Press, 1958. p. 570f.
Seine Familie stammte ursprünglich aus Ch'in-ch'uan; er war der Nachkomme eines Edelmanns. Infolge von Unruhen begab er sich auf die Flucht, daher findet sich bei ihm viel Melancholie über sein trauriges Schicksal.
Einst zur Zeit der (Chou-Könige) Yu und Li gab es grosse Unruhen; jetzt zur Zeit der (Han-Kaiser) Huan und Ling findet wieder eine mächtige Umwälzung statt.
Die Region der Flüsse I und Lo ist schon bedeckt vom Rauch der Feuersbrünste; die Pässe Han[-ku] und Yao sind in den Händen der Rebellen und es herrscht ein unglaubliches Chaos.
Ich (Wang Ts'an) packe meine Koffer und verlasse Ch'in-ch'uan; ich lasse meine Pferde futtern und begebe mich in das Land Ch'u (zu dessen Gouverneur Liu Piao, BD No. 1339).
Die Flüsse Chü und Chang müssen sicherlich wegen ihrer Schönheit gepriesen werden, aber das Herz des Flüchtlings kann durch die Aussenwelt nicht aufgeheitert werden.
Wenn ich die Klage im Buch der Oden (Legge IV 59) über die Krieger lese, die noch nicht in die Heimat zurückgekehrt sind, muss ich stets aufseufzen; doch wie kann ich bei diesen schrecklichen Unruhen die Heimat wieder erreichen?
Der erste Minister (Ts'ao Ts'ao) hat die Befehle des [Han-]Kaisers entgegengenommen; der ganze Adel blickt auf zu ihm als seinem Führer.
Seine zahlreiche Reiterei dringt im Süden des Han-Flusses vor; in Chi[-nan-ch'eng] und Ying[-ch'eng] werden überall die Rebellen weggefegt.
Jetzt nachdem die Nebel zerteilt sind, sieht man endlich wieder klaren Himmel; nachem die Wolken sich verzogen haben, befindet man sich von neuem gegenüber Schönwetter.
Glück und Frieden sind beinahe vollkommen wiederhergestellt; da hat Prinz Ts'ao P'i mich vor vielen anderen besonders ausgezeichnet (und mich berufen).
Wer würde gedacht haben, dass ich bei meinem Wunsch eine Stütze im Unglück zu finden (WH 21/13a) plötzlich eines Tages mit dem sonnen- und mondähnlichen [Ts'ao P'i] zusammentreffen würde?
Auf nebeneinander fahrenden Wagen wandern wir jetzt durch die Hauptstadt Yeh; auf einem Doppelboot fahren wir über den breiten Huangho.
Ununterbrochen geniessen wir das Vergnügen herrlicher Bankette; stets hören wir herrliche Musik, die sich zu den Dachbalken emporschwingt.
Nachdem wir schon die ganze Nacht hindurch gezecht haben, warum sollten wir uns scheuen, auch noch den folgenden Tag vergnügt zu sein?