擬古詩九首 (其七) "日暮天無雲"
Tao Yuanming 陶淵明 (365–427)
日暮天無雲。春風扇微和。
佳人美清夜。達曙酣且歌。
歌竟長歎息。特此感人多。
皎皎雲間月。灼灼葉中華。
豈無一時好。不久當如何。
In Nachahmung eines alten Gedichtes Erwin von Zach (1872–1942)
— in: Zach, Erwin von. Die chinesische Anthologie, Harvard Yenching Institute Studies 18. Cambridge, Massachusetts: Harvard University Press, 1958. p. 568.
Es ist Abend und der Himmel wolkenlos; eine Frühlingsbrise fächelt angenehm milde.
Die schöne Sängerin preist diese reine Nacht; bis zum frühen Morgen trinkt und singt sie.
Wenn ihr Lied zu Ende ist, seufze ich tief auf; mit den folgenden Versen hat sie gar sehr mich gerührt:
"Klar zieht der Mond durch die Wolken; glänzend erscheinen die Blüten zwischen den Blättern.
Sind etwa Mond und Blüten gerade jetzt nicht überwältigend schön? Aber wie wird es wohl nach schon kurzer Zeit aussehen? (d.h. sollte etwa diese Freude immer währen, muss es nicht nach kurzem anders werden?)"