Pan shui 泮水
Dynasty: Zhou 周 (1045 BC–256 BC)
Included in: Ruan Yuan 阮元 (ed.). Mao shi zheng yi 毛詩正義, Shi san jing zhu shu 十三經注疏 2. Taipei: Yee Wen Publishing Co., Ltd., 2001. 767-771.
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Johann Cramer : Die Lieder des Fürsten von Lu, 2. "Die Palästra"
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Es schallet die Palästra von Spiel und Heiterkeit, Der Fürst von Lu erbaute sie voller Herrlichkeit. Die Wasserleitung zog er umher im weiten Kreis, Viel Wiesenkräuter wachsen da froh am feuchten Gleis. Es schallt aus der Palästra von Waffenspiel und Luft; Der Fürst von Lu geht stattlich einher, sich selbst bewußt. Die Glockenspiele klingen, die schwanken Fahnen wehn, Und Große und Geringe stolz mit den Fürsten gehn. Es schallet die Palästra, da bricht man grünes Kraut, Mit Thau von seinem Antlitz der Fürst hat's selbst bethaut; Auf hohem Rosse heiter er rings sich freundlich zeigt, Drum ist ihm auch in Liebe das Volk so wohlgeneigt. Es schallet die Palästra, die Kräuter Lust erregt; Es kommt der Fürst und heiter er des Gelages pflegt. Er trinkt von süßem Weine, der jung ihn wieder macht, Und auf des Volkes Tugend, darauf ist er bedacht. Es sitzt in der Palästra der Fürst in hohem Glanz, Sein dunkles Auge leuchtet, sein Mund ist huldig ganz. Die Thaten, die vollbracht er, erhöhn der Ahnen Ruhm, So schreitet er mit Macht her im Ehrenheiligthum. Der Fürst in der Palästra lehrt alter Weisheit Wort, Er sendete sein Heer gen die wilden Huai fort. Die Feldherrn muthig kämpften, es ward der Feind besiegt, Die Siegesboten kommen zum Fürsten hochvergnügt. Ein Doppelzug bewegt sich durch der Palästra Thor, Da trägt man von den Feinden manch abgeschnittnes Ohr; Gefangen auch erscheinen, für die der Spruch bereit: Sie müssen immer bleiben in Unterwürfigkeit. Nun nahen sich die Feldherrn, abstattend den Bericht Der Schlacht, ihr schönstes Rühmen ist die erfüllte Pflicht. Und ringsum drauf sich mehren die Krieger dichtgescharrt, Und jeder seine Thaten stolz rühmend offenbart. Sie gaben Alle Zeichen von ihrem hohen Muth, Sie hielten Stand dem Feinde, nicht scheuend Wund' und Blut. Sie harr'ten bis zu Ende als tapf're Krieger aus, Und hielten gute Ordnung auch nach dem blut'gen Strauß. Was kommen fremde Vögel nach unsrem Maulbeerbaum? Barbaren sind's, sich selber umwerfend unsern Zaum. Nach unsrer Gunst sie streben und uns Geschenke weih'n, Sie bringen Gold und Schildpatt und blankes Elfenbein.–
in: Cramer, Johann (ed.). Schi-King, oder Chinesische Lieder, gesammelt von Confucius. Neu und frei nach A. La Charme's lateinischer Übersetzung bearbeitet. Fürs deutsche Volk hg. von Johann Cramer, Das himmlische Reich. Oder China's Leben, Denken, Dichten und Geschichte, 4 vols. Crefeld: Verlag der J. H. Funcke'schen Buchhandlung, 1844. p. 251f. -
Friedrich Rückert (1788–1866): Die Lieder der Fürsten von Lu, 2. "Die Palästra"
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In der Palaästra tönt es laut Und tönt es froh von Lust und Spiel; Sie hat der Fürst von Lu gebaut Mit Kunst und Pracht, wie's ihm gefiel. Er hat um sie in weiten Bogen Die Wasserleitung hergezogen; Da wachsen Wiesenkräuter viel Und trinken an den Wogen. In der Palästra tönt es laut Von Waffenspiel und frohem Klang. Es kommt der Fürst von Lu, o schaut, Wie herrlich ist des Fürsten Gang. Wie hell die Glockenspiele klingen, Wie munter sich die Fahnen schwingen! Ihm schreiten nach im vollen Drang Die Großen und Geringen. In der Palästra tönt es laut, Wo man die grünen Kräuter bricht; Der Fürst von Lu hat sie bethaut Mit Thau von seinem Angesicht. Er fährt einher auf hohen Rossen, Von Sitten fein und unverdrossen, Wie sanft er lacht und freundlich spricht, Das macht ihm Liebe sprossen. In der Palästra tönt es laut, Daß jedes Kraut vor Freude bebt; Es kommt der Fürst, wie lieb und traut, Wie froh sich sein Gelag erhebt! Der Wein ist süß, den sie ihm reichen, Der macht von ihm das Alter weichen. Voll Tugendkraft er wirkt, und strebt Daß ihm sein Volk mag gleichen. Der Fürst in der Palästra sitzt, In welchem Glanz, in welcher Pracht! O wie es ihm vom Auge blitzt, O wie es ihm vom Munde lacht. Die Thaten, die von ihm gethanen, Erhöhn den Ruhm von seinen Ahnen; Er geht den Sein'gen vor mit Macht Auf allen Ehrenbahnen. Der Fürst in der Palästra sitzt, Und alte Weisheit lehret er. Hinaus gesendet hat er izt Auf die Barbaren Huai sein Heer. Die Feldherrn kämpfen gleich den Leuen, Den Feind sie schlagen und zerstreuen, Und senden Siegesboten her, Den Fürsten zu erfreuen. In die Palästra zieht ein Zug, Dem Zuge folgt ein andrer nach. Dort sind's die Ohren die man trug, Die Zeugen von der Feinde Schmach; Doch die gefangen sich ergeben, Sind hier herbeigeführt mit Beben, Das Urtheil das man ihnen sprach Ist unterwürfig leben. Die hohen Feldherrn treten ein, Erstattend ihren Kampfbericht; Das ist ihr schönster Ruhm allein, Erfüllt zu haben ihre Pflicht: Doch alle siegfroh hergenahten Die Schranken füllen die Soldaten, Sie rührem sich, und schweigen nicht Von ihren Waffenthaten. Sie haben sich mit Glück versucht, Und wohl bescheinigt ihren Muth; Sie dachten nicht an feige Flucht, Und scheuten Wunden nicht und Blut. Ihr Feuer niemals ist geschwunden, Und als sie alles überwunden, Da hielten sie der strengen Zucht Deshalb sich nicht entbunden. Was kommt für fremde Vogelschaar, Und speist von unsrer Maulbeerfrucht? Barbaren stellen rings sich dar, Sich fren ergebend unsrer Zucht. Sie wollen unsre Gunst ertrachten; Was sind die Gaben die sie brachten? Schildkrot und Elfenbeines Wucht, Und Gold aus südlichen Schachten.–
in: Rückert, Friedrich. Schi-king. Chinesisches Liederbuch, gesammelt von Confucius, dem Deutschen angeeignet von Friedrich Rückert. Altona: J. F. Hammerich, 1833. p. 354-357. -
Victor von Strauß (1809–1899): Lobgesang auf einen Fürsten von Lu
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Wie heiter ist die Halbkreisinsel, Auf der wir Eppich pflücken geh'n. Der Fürst von Lu ist angekommen, Sein Banner ist es, das wir seh'n. Sein Banner wallt in hellem Schein, Harmonisch klingeln Schellen drein; Und kommt nicht Groß, und kommt nicht Klein, Und folgt dem Fürsten hier herein? Wie heiter ist die Halbkreisinsel; Wir pflücken Kreuzkraut an ihr her. Der Fürst von Lu ist angekommen, Hoch schreiten seine Ross' einher. Hoch schreiten seine Ross' einher, Voll Glanz ist seines Namens Ehr'. Nun blickt er hold, nun lächelt er; Nichts Herbes ist in seiner Lehr'. Wie heiter ist die Halbkreisinsel; Wir sammeln Eibisch auf ihr ein. Der Fürst von Lu ist angekommen, Er trinkt im Halbkreissaale Wein. Mög' ihm der Trunk vom edlen Wein Zum höchsten Alter Kraft verleih'n. Wie er den hohen Weg hält ein, Mög' alles Volk ihm dienstbar sein. Gar herrlich ist der Fürst von Lu, Und strahlend seiner Tugend Glanz; Auf seine Würde sorgsam achtend, Ist er des Volkes Vorbild ganz. Im Frieden und bei Kriegesfahnen Erreicht sein Glanz die hehren Ahnen. Nie ohne Sohnesfrömmigkeit, Sucht er von selbst, sein Glück zu bahnen. Der Fürst von Lu ist hoch erleuchtet, Drum strahlet seine Tugend klar. Nun er die Halbkreishalle baute, Erliegt ihm auch der Koai-Barbar. Die kühnen Tigerhelden bringen Im Halbskreis Feindesohren dar; Und Richtern, klug wie Kao-Jao war, Den' bieten sie. Gefang'ne dar. Und seiner Mannen reiche Menge, Im wackern Herzen hoch getrost, Und für die Heerfahrt heiß erglühend, Wirft sie zurück nach Süd und Ost; Und kraftbewährt und groß dabei, Doch ohne Prunk und Prahlerei, Und nie aus Neid in Streit gerathen, Bringt sie zum Halbkreis ihre Thaten. Wie straff die hornbelegten Bogen! Wie Bündel Pfeile zischend flogen! Wie weit die Kriegeswagen drangen! Wie Fuß- und Fahrvolk ohne Bangen! Die Hoai-Barbaren sind besiegt, Ihr Widerstand ist rein zergangen! Ja, hältst du fest an deinem Plan, Wird jeder Hoai-Barbar gefangen. Flugs kommen diese Eulen dann, Sich auf den Halbkreis-Hain zu fetzen, Zu essen uns'rer Maulbeer'n Schwarz Und uns mit holdem Laut zu letzen. Geweckt sind dann die Hoai-Barbaren Und bringen uns von ihren Schätzen, Mit Schildkrot, Elephantenzahn Und Südgold reich uns zu ergetzen.–
in: Rückert, Friedrich. Schi-king. Chinesisches Liederbuch, gesammelt von Confucius, dem Deutschen angeeignet von Friedrich Rückert. Altona: J. F. Hammerich, 1833. p. 502-504. -
Peter Weber-Schäfer (1935–2019): Die Oden von Lu, 3. Siegesfeier
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in: Weber-Schäfer, Peter. Altchinesische Hymnen aus dem 'Buch der Lieder' und den 'Gesängen von Ch'u'. Köln: Verlag Jakob Hegner, 1967. p. 134-136.
思樂泮水 ,薄采其芹。 魯侯戾止,言觀其旂。 其旂茷茷,鸞聲噦噦。 無小無大,從公于邁。 思樂泮水 ,薄采其藻。 魯侯戾止,其馬蹻蹻。 其馬蹻蹻,其音昭昭。 載色載笑,匪怒伊教。 思樂泮水,薄采其茆。 魯侯戾止,在泮飲酒。 既飲旨酒,永錫難老。 順彼長道,屈此羣醜。 穆穆魯侯,敬明其德。 敬慎威儀,維民之則。 允文允武,昭假烈祖。 靡有不孝,自求伊祜。 明明魯侯,克明其德。 既作泮宮,淮夷攸服。 矯矯虎臣,在泮獻馘。 淑問如臯陶,在泮獻囚。 濟濟多士,克廣德心。 桓桓于征,狄彼東南。 烝烝皇皇,不吳不揚。 不告于訩,在泮獻功。 角弓其觩,束矢其搜。 戎車孔博,徒御無斁。 既克淮夷,孔淑不逆。 式固爾猶,淮夷卒獲。 翩彼飛鴞,集于泮林。 食我桑黮,懷我好音。 憬彼淮夷,來獻其琛。 元龜象齒,大賂南金。