Gong ci 宮詞
by Zu Yong 祖詠 (ca. 699–ca. 746)
Dynasty: Tang 唐 (618–907)
Included in: Peng Dingqiu 彭定求 (ed.). Quan Tang shi 全唐詩 (Complete Tang Poems) Beijing: Zhonghua shuju, 1985. 514.5865.
Compare translationsTranslations
12-
Hans Bethge (1876–1946): Hofdamen
Display translation
Der Park schläft tief. Kein Atmen. Alle Pforten Sind zugeschlossen. Tief schläft der Palast. Nur von den Blumenbeeten duftets leise. Am Rande der Terrasse, wo aus rotem Marmor die Balustrade sich erhebt, Stehn, zueinander sanft geneigt, zwei Damen, Wie Schattenbilder, und die eine möchte So gern der andern ihren grossen Kummer, Der ihr das Leben schwer macht, anvertrauen. Sie späht in die Gebüsche, — alles still. Schon will sie sprechen, da entdeckt sie plötzlich In einem Zweige einen Papagei Mit bunten Federn und mit grimmen Augen, — Sie sieht ihn sitzen, seufzt tief auf und — schweigt.–
in: Bethge, Hans. Die chinesische Flöte. Nachdichtungen chinesischer Lyrik. Leipzig: Insel Verlag, 1907. p. 63. –
in: Jaspert, Reinhard. Lyrik der Welt. Lyrik und Weisheit des Auslandes. Berlin: Safari-Verlag, 1953. p. 121. -
Günther Debon (1921–2005): Ein Palastlied
–
in: Debon, Günther. Herbstlich helles Leuchten überm See. Chinesische Gedichte aus der Tang-Zeit, Serie Piper. München, Zürich: R. Piper GmbH & Co. KG, 1989. p. 64. -
Max Fleischer (1880–1942): Bei Hofe
Display translation
Mit schattenkühlen Blättern, Ast bei Ast umwogt der alte Garten den Palast. Die hohen Tore zu. Der Blumenduft verzittert in der schweren Mittagsluft. Zwei schlanke junge Mädchen, eng geschmiegt, stehn an der Balustrade. Wehmut wiegt die Eine ein. Sie will sich anvertraun. „Geliebtes, in mein armes Herz zu schaun, bereite dich. Sei gut und rat mir schlicht!“ Da knackt ein Ast. Sie duckt sich, atmet nicht, sieht scheu sich um. Die Büsche ruhn, umbebt von Bienensummen. In der Sonne schwebt ein Schmetterling. Sie sieht sich wieder um, erschrickt, erblaßt und preßt die Lippen stumm. Auf einem Zweig, grellgrün, ihr zugeneigt, ein Papagei. Sie starrt ihn an und — schweigt.–
in: Fleischer, Max. Der Porzellanpavillon. Nachdichtungen chinesischer Lyrik. Berlin, Wien, Leipzig: Paul Zsolnay Verlag, 1927. p. 33. -
Alfred Forke (1867–1944): Das Geheimnis
Display translation
Still ist’s trotz Frühlingsweben, Das Tor bleibt zugetan. Zwei holde Frauen schweben Zum buntgeschmückten Altan. Sie wagen nicht, was geschehen, Im Schlosse, zu sagen frei, Aus Furcht, es könnte verstehen Der lauschende Papagei.–
in: Forke, Alfred. Dichtungen der Tang- und Sung-Zeit, Veröffentlichungen des Seminars für Sprache und Kultur Chinas an der Hamburgischen Universität. Hamburg: Friederichsen, de Gruyter & Co., 1929. p. 101. –
in: Oehlke, Waldemar. Chinesische Lyrik und Sprichwörter. Bremen-Horn: Walter Dorn-Verlag, 1952. p. 79. -
Alfred Forke (1867–1944): "Still ist´s trotz Frühlingsweben"
Display translation
Still ist´s trotz Frühlingsweben, Das Tor bleibt zugetan. Zwei holde Frauen schweben Zum buntgeschmückten Altan. Sie wagen nicht, was geschehen, Im Schlosse, zu sagen frei, Aus Furcht, es könnte verstehen Der lauschende Papagei.–
in: Oehlke, Waldemar (ed.). Seele Ostasiens. Chinesisch-japanischer Zitatenschatz. Berlin: F.A. Herbig Verlagsbuchhandlung, 1941. p. 68. -
Wilhelm Gundert (1880–1971): Palastliedchen
–
in: Gundert, Wilhelm. Lyrik des Ostens. München: Carl Hanser Verlag, 1952. p. 343. -
Manfred Hausmann (1898–1986): Der Papagei
–
in: Hausmann, Manfred. Hinter dem Perlenvorhang. Zurich: Peter Schifferli Verlags AG "Die Arche", 1973. p. 28. -
Hans Heilmann (1859–1930): Bei Hofe
Display translation
Welche würdevolle Ruhe! Welche feierliche Stille! Alle Pforten sind geschlossen, und die Blumenteppiche duften leise. Zwei Damen stehn zu einander geneigt am Rande der Terrasse, an der Balustrade von rotem Marmor. Die eine möchte gern sprechen, ihrer Begleiterin den geheimen Kummer, der ihr Herz be- drückt, vertrauen. Sie wirft einen ängstlichen Blick auf die Büsche, die regen sich nicht; doch auf dem Zweig daneben steht sie einen Papagei mit schillerndem Gefieder, stutzt und seufzt und — schweigt.–
in: Heilmann, Hans. Chinesische Lyrik vom 12. Jahrhundert v. Chr. bis zur Gegenwart, Die Fruchtschale. München, Leipzig: R. Piper & Co., 1905. p. 91. -
Klabund (1890–1928): Die Hofdamen
Display translation
Des Mittags Schweigen liegt auf der Terrasse. Es ist so still. Die Blumen duften leise. Und schattenhaft bewegen sich zwei blasse Gestalten unterm Oleanderkreise. Die eine hebt den Kopf, versucht zu sprechen, Daß nicht ein unterdrückter Schrei sie sprenge. Da stutzt sie, schweigt – um einen Zweig zu brechen. Ein Papagei hüpft schillernd vom Gestänge.–
in: Klabund. Das Blumenschiff. Berlin: Erich Reiss Verlag, 1921. p. 75. –
in: Klabund. Dichtungen aus dem Osten. Bd. II China: Chinesische Lyrik. Wien: Phaidon-Verlag, 1929. p. 123. -
Volker Klöpsch (1948–): Palastweise
–
in: Klöpsch, Volker. Der seidene Faden. Gedichte der Tang. Frankfurt a. M.: Insel Verlag, 1991. p. 285. -
Elisabeth Oehler-Heimerdinger (1884–1955): Schlossklatsch
Display translation
Es ist schon kahl und blumenleer, Verriegelt bleibt die Halle. Auf der Terrasse stehn umher Die schönen Frauen alle. Was drinnen im Palast geschehn, Will eine der andern klagen, Doch wie den Papagei sie sehn, Da mag es keine sagen.–
in: Oehler-Heimerdinger, Elisabeth. Das Frauenherz. Chinesische Lieder aus drei Jahrtausenden. Leipzig: Union Deutsche Verlagsgesellschaft, 1925. p. 87. -
Jan Ulenbrook (1909–2000): Palastgeflüster
–
in: Ulenbrook, Jan. Der Wind brach einen Blütenzweig. Chinesische Gedichte 中華詩. Baden-Baden: Holle Verlag, 1959. p. 62. –
in: Ulenbrook, Jan. Pflaumenblüte und verschneiter Bambus: Chinesische Gedichte, Manesse Bibliothek der Weltliteratur. Zürich: Manesse Verlag, 1969. p. 55.
寂寂花時閉院門,美人相並立瓊軒。 含情欲說宮中事,鸚鵡前頭不敢言。