樊推官勸予止酒
Mei Yaochen 梅堯臣 (1002–1060)
少年好飲酒,飲酒人少過。
今既齒髮衰,好飲飲不多。
每飲輒嘔泄,安得六府和。
朝酲頭不舉,屋室如盤渦。
取樂反得病,衛生理則那。
予欲從此止,但畏人譏訶。
攀子亦能勸,苦口無所阿。
乃知止為是,不止將如何。
Das Aufgeben des Trinkens Alfred Forke (1867–1944)
— in: Forke, Alfred. Dichtungen der Tang- und Sung-Zeit, Veröffentlichungen des Seminars für Sprache und Kultur Chinas an der Hamburgischen Universität. Hamburg: Friederichsen, de Gruyter & Co., 1929. p. 109f.
Solang' ich noch an Jahren jung,
Erfreute mich ein guter Trunk,
Und wenn man gern vom Weine zecht,
Trinkt man davon leicht mehr als recht.
Jetzt ist es anders als zuvor,
Da Zähne ich und Haar verlor.
Noch immer liebe ich den Wein,
Allein mein Quantum ist nur klein.
So oft ich mich am Wein geletzt,
Folgt Übelkeit zuguterletzt,
Und widerwillig fügt sich nur
Dem Rausch die innere Natur.
Wenn morgens ich vom Rausch erwach',
Den Kopf ich kaum hochheben mag.
Mein Zimmer kreiset um mich her,
Als wenn's ein Wasserwirbel war.
Die Lust, die ich vom Wein begehrt,
Wird so zur Krankheit mir verkehrt.
Und solches Leiden schwerlich schafft
Uns Förderung der Lebenskraft.
Drum ist von jetzt ab mein Entschluß,
Zu meiden allen Weingenuß.
Dabei nur fürcht' ich eins allein:
Der andern Spott und Stichelei'n.
Freund Fan hingegen stets nur denkt,
Wie er mich wohl zum Guten lenkt,
Gar manches bitt're Wort er spricht,
Und billigt meine Neigung nicht.
Mir scheint das beste wohl zu sein,
Ich stelle ganz das Trinken ein.
Was sollte daraus werden noch,
Wenn ich stets weiter trinke doch?