暮春有感
Ouyang Xiu 歐陽修 (1007–1072)
幽憂無以銷,春日靜愈長。
薰風入花骨,花枝午低昂。
往來採花蜂,清蜜未滿房。
春事已爛漫,落英漸飄揚。
蛺蝶無所為,飛飛助其忙。
啼鳥亦屢變,新音巧調篁。
遊絲最無事,百尺拖晴光。
天工施造化,萬物感春陽。
我獨不知春,久病臥空堂。
時節去莫挽,浩歌自成傷。
Frühlingsstimmung Alfred Forke (1867–1944)
— in: Forke, Alfred. Dichtungen der Tang- und Sung-Zeit, Veröffentlichungen des Seminars für Sprache und Kultur Chinas an der Hamburgischen Universität. Hamburg: Friederichsen, de Gruyter & Co., 1929. p. 112f.
— in: Oehlke, Waldemar. Chinesische Lyrik und Sprichwörter. Bremen-Horn: Walter Dorn-Verlag, 1952. p. 81f.
Meine stille Traurigkeit
Will durchaus nicht schwinden,
Scheint gar durch die Frühlingszeit
Nahrung noch zu finden.
In der Blumen Kelch hinein
Weiche Lüfte dringen,
Blütenzweig' im Sonnenschein
Auf und nieder schwingen.
Emsig fliegt die Biene aus,
Nippt von Blüten sonnig,
Denn noch ist nicht voll ihr Haus
Von dem klaren Honig.
Doch des Frühlings Herrlichkeit,
Sie vergeht geschwinde.
Blüten fallen weit und breit
Und verwehn im Winde.
Nichts erscheint den Faltern schwer;
Nur im Nichtstun tüchtig,
Flattern lustig sie umher,
Wie der Lenz so flüchtig.
Hin und her die Vögel zieh'n,
Und man hört sie singen.
Ihre neuen Melodien
Weich wie Flöten klingen.
Sommerfäden wall'n im Tanz,
Sich um gar nichts kümmernd,
Und im hellen Sonnenglanz
Viele Fuß lang schimmernd.
Also herrscht im Weltenall
Schaffendes Gestalten,
Und die Wesen fühlen all'
Jetzt des Frühlings Walten.
Ich nur passe nicht hinein:
Frühling lacht mir nimmer,
Lange liege ich allein
Krank im öden Zimmer.
Ach, die schon verfloss'ne Zeit
Nichts zurück kann bringen,
Und es schafft nur Traurigkeit
Mir mein lautes Singen.
— in: Oehlke, Waldemar. Chinesische Lyrik und Sprichwörter. Bremen-Horn: Walter Dorn-Verlag, 1952. p. 81f.