卻東西門行 "鴻鴈出塞北"
Cao Cao 曹操 (155–220)
鴻鴈出塞北。乃在無人鄉。
舉翅萬里餘。行止自成行。
冬節食南稻。春日復北翔。
田中有轉蓬。隨風遠飄揚。
長與故根絕。萬歲不相當。
奈何此征夫。安得去四方。
戎馬不解鞍。鎧甲不離傍。
冉冉老將至。何時反故鄉。
神龍藏深泉。猛獸步高岡。
狐死歸首丘。故鄉安可忘。
Der Zug nach der Heimat Alfred Forke (1867–1944)
— in: Forke, Alfred. Blüthen chinesischer Dichtung. Magdeburg: Commissionsverlag: Faber'sche Buchdruckerei, A. & R. Faber, 1899. p. 25f.
Geflogen weit vom Nordwall her
Die wilden Gänse kommen,
Wie sie von Wiesen menschenleer
Den Flug gen Süd genommen.
Viel tausend Meilen leicht beschwingt
Sie durch die Lüfte fliegen,
Wohin sie auch die Reise bringt,
In festgeschloss'nen Zügen.
Im Süden sie zur Winters Zeit
Vom Reiskorn sich ernähren.
Sobald der Frühling sich erneut,
Sie heim zum Norden kehren. -
Auf's off'ne Feld geworfen sind
Schlingpflanzen, sturmdurchrüttelt;
Von weit hat sie geweht der Wind,
Der hin und her sie schüttelt.
Sie sind gelöst auf immerdar
Von Wurzeln und von Stengeln,
Auf ewig jeder Stütze bar,
Um sich empor zu schlängeln. –
Ach! auch den armen Krieger hat
Solch' Missgeschick ereilet,
Da er verliess die Heimatstadt
Und fern im Westland weilet.
Sein Ross nie ohne Sattel ist,
Geschirret stets zum Streite;
Der Panzer seinen Leib umschliesst,
Nie legt er ihn bei Seite.
Allmählich naht das Alter schwer:
Wie lange wird's noch währen,
Bis in die alte Heimat er
Kann endlich wiederkehren?
In seines Bronnens Tiefe sucht
Der Drache sich zu bergen;
Das wilde Thier durch Thal und Schlucht
Eilt zu geliebten Bergen.
Der Fuchs pflegt, wenn er sterben soll,
Zurück zum Bau zu schleichen.
Wem möchte die Erinn'rung wohl
Der Heimat je entweichen!